Sie sind hier: Region >

So erlebte ich die AfD ... von Dr. Al-Mousllie



Braunschweig

So erlebte ich die AfD ... von Dr. Al-Mousllie

von Robert Braumann


Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Braunschweig. Foto: Sina Rühland
Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Braunschweig. Foto: Sina Rühland Foto: Sina Rühland

Artikel teilen per:




Berlin/ Braunschweig. Das Gespräch zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime ist in der vergangenen Woche in Berlin nach rund einer Stunde ohne eine Annäherung abgebrochen worden.

Nach übereinstimmenden Medienberichten, sagte AfD-Parteichefin Frauke Petry, das ihre Partei das Treffen beendet habe. Ein sachlicher Dialog sei nicht möglich gewesen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warf wiederum der AfD vor, sie habe ihre grundgesetzwidrigen Positionen nicht aufgeben wollen. Aus Braunschweig saß Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Niedersachsen mit am Tisch. Gegenüber regionalHeute.de erläutert er seine Sicht der Dinge. Seine Aussagen werden unkommentiert und ungekürzt veröffentlicht:
"Ein seltsames Gefühl jemandem gegenüber zu sitzen, den ich als eine Gefahr für Leib und Leben sehe. Dennoch war es mir wichtig die Personen zu treffen, die mich als eine Gefahr für sich einstufen. Nicht nachvollziehbar für mich, dass sie die Muslime so sehen, aber verständlich, wenn man weiß, wie wenig sie wirklich über uns wissen. Ich wollte hören, ob sie etwas wissen wollen?! Leider habe ich Nichts gehört. Gesehen habe ich Personen, die auf ihren Standpunkt beharrten, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Dialog mit ihnen auf Augenhöhe ist nicht möglich, wenn sie uns wie ein Fremdkörper betrachten. Wir saßen einander gegenüber, aber tatsächlich haben sie uns nicht gesehen oder gehört. Sie haben durch uns durchgeschaut. Sie wollten nur eins: "mögen wir unsere Aussagen zurücknehmen". Sie hatten kein Interesse an die Wirkung ihrer Aussagen auf die Menschen und insbesondere die Muslime in diesem Land. Immer und immer wieder - nehmen Sie es zurück - sagten sie! Ihre Haltung hat die Aussage reflektiert, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre - und schon gar nicht die Muslime. Sie sahen in uns weder mündige Staatsbürger noch deutsche Muslime. Eine fatale Vorgehensweise, wie ich sehe. Denn die Alternative für einen Dialog wäre die Konfrontation. Wohin soll dies alles führen? Das ist keine Alternative für Deutschland und definitiv nicht für mein Deutschland als ein weltoffenes, tolerantes und friedliches Land. Die AfD ist eine Gefahr für uns alle. Sie ist kein Phänomen mehr, sondern eine kranke Ideologie, die sich in unserer Gesellschaft breit macht. Dieser Ideologie gilt es Einhalt zu gebieten - inhaltlich und rechtlich."


zur Startseite