Sorglos reisen: Diese Versicherungen brauchen Urlauber wirklich

Wer auch im Urlaub optimal abgesichert sein möchte, sollte wissen, welche Versicherungen sinnvoll sind.

Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Anke Donner

Region. Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres – der Urlaub. Wer seine Traumreise schon gefunden hat oder gerade dabei ist, Buchungsportale im Internet zu wälzen, sollte auch an eine Absicherung der wohlverdienten Auszeit denken. Welche Reiseversicherungen wirklich sinnvoll sind und welche Urlauber nicht benötigen, weiß die Verbraucherzentrale Niedersachsen.



Gesetzlich Krankenversicherte haben zwar nach dem Sozialversicherungsabkommen innerhalb der EU ein Recht auf Behandlung in öffentlichen Krankenhäusern, anfallende Zahlungen und Eigenanteile orientieren sich aber an den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes. Dabei könne das Leistungsniveau der Versorgung niedriger ausfallen als in Deutschland, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Zudem kämen gesetzliche Krankenkassen für Krankentransporte beziehungsweise Rücktransporte nicht auf. Eine Auslandsreisekrankenversicherung sei für gesetzlich Krankenversicherte also unverzichtbar. Auch Privatversicherte sollten überprüfen, ob ein Rücktransport mitversichert ist. Ansonsten können sie eine Zusatzpolice abschließen.

Reiserücktrittsversicherung und Reiseabbruchkostenversicherung


Auch vor dem Urlaub oder während der Reise kann einiges passieren: zum Beispiel eine unerwartete schwere Krankheit, ein Unfall oder gar ein Todesfall in der Familie. Hier kann laut Verbraucherzentrale eine Reiserücktrittsversicherung und Reiseabbruchkostenversicherung sinnvoll sein. Die Basisleistungen gewähren Versicherten vor Reiseantritt die Stornokosten. Reisende sollten prüfen, ob zusätzlich auch Reiseabbruchkosten übernommen werden und zusätzlich die Tarife vergleichen, beispielsweise inwieweit die Mehrkosten einer veränderten Rückreise oder die Erstattung der nicht in Anspruch genommenen Reiseleistungen gedeckt sind.

Diese Reiseversicherungen sind verzichtbar


Eine Reisehaftpflichtversicherung benötigen Urlauber in der Regel nicht. Jeder sollte eine private Haftpflichtversicherung haben – diese gilt weltweit, so die Verbraucherzentrale. Auch eine Reiseunfallversicherung sei meist nicht sinnvoll: Um unfallbedingte Risiken abzudecken, eigne sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung am besten. Diejenigen, für die ausnahmsweise eine private Unfallversicherung empfehlenswert ist, sollten einen Vertrag abschließen, der sie in allen Lebenslagen schützt.

Das gilt für Reisegepäckversicherungen


Auch Reisegepäckversicherungen seien eher unnötig, denn in der Regel gelte die eigene Sorgfaltspflicht: Hätten Reisende ihr Gepäck nicht allzeit im Blick, bestehe kein Versicherungsschutz. Zudem gebe es zahlreiche Leistungseinschränkungen und Leistungsausschlüsse in den Bedingungen, und nicht jeder Schadensfall sei versichert. Oftmals bestehe zudem über die eigene Hausratversicherung eine Teilrisikoabsicherung.

Ist ein Autoschutzbrief nötig?


Unter der Bedingung, dass Urlauber ihre große Reise mit dem Auto unternehmen oder sich einen Wagen im Ausland mieten wollen, könnten sie im Einzelfall den Abschluss eines Autoschutzbriefes in Erwägung ziehen. Sie sollten sich bei ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung nach der sogenannten "Mallorca-Klausel" erkundigen: Diese sieht vor, auch bei einem Schadensfall im Ausland die auftretenden Kosten zu decken. Die Versicherungssumme für den Mietwagen könne im Vergleich deutlich niedriger ausfallen.