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Spatenstich für erste Flüchtlingsunterkunft gesetzt



Braunschweig

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Spatenstich für erste Flüchtlingsunterkunft gesetzt

von Robert Braumann


Am Dienstag hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth, gemeinsam mit Ratsvertretern, den Projektleitern und Verwaltunsmitarbeitern den Spatenstich für die erste dezentrale Unterkunft gesetzt. Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. Die Stadt Braunschweig hat Ende vergangenen Jahres ein Konzept für den Bau von 15 dezentralen Unterkünften zur Flüchtlingsunterbringung vorgestellt. Dies war eine Reaktion auf die Entscheidung des Landes, dass Braunschweig ab dem Jahr 2016 Flüchtlinge aufnehmen soll. Am Dienstag hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth, gemeinsam mit Ratsvertretern, den Projektleitern und Verwaltungsmitarbeitern den Spatenstich für die erste dezentrale Unterkunft gesetzt.

In diese sollen die Flüchtlinge im zweiten Schritt der Unterbringung ziehen. Momentan sind sie zum Großteil in Turnhallen untergebracht. Die erste dieser dezentralen Unterkünfte entsteht in der Glogaustraße in Melverode. Anfang 2017 sollen dort Flüchtlinge einziehen können. Gleiches gilt für die Standorte Bienrode, Am großen Moore, und Gartenstadt, Alte Frankfurter Straße, wo die Bauarbeiten Anfang Juni beginnen. Diese drei Standorte sind jeweils für etwa 100 Bewohnerinnen und Bewohner ausgelegt.


„Weniger als ein halbes Jahr nach Präsentation unseres Standortekonzeptes beginnt der Bau der ersten dezentralen Unterkunft“, hob Oberbürgermeister Markurth hervor. „Und weitere folgen nun in Kürze. Das verdeutlicht, unter welchem Hochdruck die Verwaltung an diesem Thema arbeitet.“ Er lobte den großen Zusammenhalt unter den Fraktionen und die Arbeit der Verwaltung unter Hochdruck. "Die großen Anstrengungen, die wir mit dem Bau der dezentralen Unterkünfte unternehmen, sind auch ein Zeichen: Wir sind eine Stadt, die ihre Türen für Menschen in Not öffnet", sagte Markurth, der auch auf das Integrationskonzept verwies, das von der Stadt erstellt wurde, und die vielen ehrenamtlichen Aktivitäten und Projekte sowie die Arbeit von freien Trägern, Institutionen und Vereinen. "Die Stadtgesellschaft hat dieses Thema mit viel Engagement und Zutrauen angenommen." Grundsätzlich sollen Flüchtlinge während der Dauer ihrer Asylverfahren in den dezentralen Unterkünften leben, danach den freien Wohnungsmarkt nutzen. Angesichts der geringen Zuweisungszahlen der vergangenen Wochen – seit März kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Braunschweig – setzt die Stadt nun zunächst nur acht der geplanten 15 Standorte um.


Viele waren zum ersten Spatenstich gekommen. Foto: Robert Braumann



Zudem werde das Thema Nachnutzung für die jetzt entstehenden Gebäude mitgedacht. Im Wesentlichen könnten die Gebäude – so auch etwa das an der Glogaustraße - später als Sozialwohnungen genutzt werden. Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen fehle in Braunschweig. Hans-Dieter Osswald, Bezirksbürgermeister, betonte der Standort sei optimal mit seiner Nähe zum Spielplatz, der Grundschule und der Straßenbahnhaltestelle. Im Stadteil freue man sich auf die neuen Bürger und werde versuchen mit aller Kraft für eine gelungene Integration zu sorgen.

Zu den dezentralen Unterkünften – Infos der Stadt:


Die Verwaltung hat in Anlehnung an das so genannte Bremer Modell ein Raumprogramm in modularer Bauweise für jeweils zwei, vier und sechs Personen entwickelt. Jeweils in Abhängigkeit von der sozialen Infrastruktur im Umfeld des Standortes werden Gemeinschaftsräume eingeplant. Die einzelnen Wohnmodule werden so angeordnet, dass ein Carrée mit einem Innenhof entsteht. Jedem Flüchtling stehen etwa 10 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Hinzu kommen die Gemeinschaftsflächen von etwa 170 Quadratmeter pro Standort. Diese finden sich, ebenso wie die Betreuungs-, Technik- und Funktionsflächen, im Erdgeschoss. Die einzelnen Wohnmodule haben jeweils eigene räumlich kompakte Sanitärzellen sowie eine Kochzeile. Die Wohnmodule werden mit einfachen, robusten Materialien wie Linoleumböden und gestrichenen Wand- und Deckenflächen ausgestattet. Bad und Küche erhalten eine Grundausstattung. Die Wohnmodule orientieren sich um einen gemeinsamen atriumförmigen Innenhof, der über den Hauptzugang erschlossen wird. Die Flächen im Obergeschoss werden über einen umlaufenden überdachten Laubengang erschlossen.


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