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SPD: AG 60 plus-Vorstand besucht Evangelische Stiftung Neuerkerode



Braunschweig | Peine

SPD: AG 60 plus-Vorstand besucht Evangelische Stiftung Neuerkerode


Der Vorstand der SPD- Bezirks-AG 60 plus besuchte die Evangelische Stiftung Neuerkerode. Foto: SPD
Der Vorstand der SPD- Bezirks-AG 60 plus besuchte die Evangelische Stiftung Neuerkerode. Foto: SPD

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Peine/Braunschweig. Der Vorstand der SPD- Bezirks-AG 60 plus besuchte jetzt die Evangelische Stiftung Neuerkerode und führte dort seine planmäßige Vorstandssitzung durch. Doch zunächst ging es unter der Führung des lange Jahre in Erkerode tätigen Heilerziehungspflegers Horst Waßmann auf einen Rundgang durch das Dorf. Das teilt die SPD mit.



Die Stiftung Neuerkerode wurde vor über 150 Jahren von Pastor Gustav Stutzer ins Leben gerufen; unterstützt von der Bankierstochter Luise Löbbecke, die von der Idee Stutzers, Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ein Zuhause zu geben derart angetan war, dass sie ihm kurzfristig 1.000 Taler als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellte. Herr Waßmann beschrieb sehr eindrucksvoll und zugleich anschaulich, wie man dort Menschen in Obhut nimmt und ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ermöglicht. Während des Rundganges erlebten wir eine weitreichende Infrastruktur. Sie reicht von der ärztlichen Versorgung über einen Frisör, einen Tante-Emma-Laden und eine Gärtnerei. Und alles wird weitestgehend von den „Dorfbewohnern“ selbst betrieben. Auch gibt es eine Beteiligung der Behinderten, die einem Gemeinderat nahe kommt.

Spuren der dunklen Vergangenheit


Die dunkle Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland ist auch an der Neuerkeröder Stiftung nicht spurlos vorbeigegangen. In der Zeit von 1940 - 1945 wurden insgesamt 180 Personen im Rahmen der Aktion „unwertes Leben“ abgeholt, von denen über 140 Personen ermordet sein sollen. An diese Zeit erinnert eine im Zentrum stehende Skulptur, die eine vierfache Mutter zeigt, der man ihre Kinder weggenommen hat. Der leere kürzere Sockel symbolisiert einen Sohn, der von den Nazis bereits umgebracht wurde. Mit einem kleinen Dankeschön an die betreuenden Mitarbeiter und der Übergabe einer spontan gesammelten Geldspende bedankte man sich.


Danach führte der Vorstand seine planmäßige Sitzung durch. Die SPD- AG 60 plus wurde offiziell im Jahre 1994 auf Bundesebene gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft kann daher im kommenden Jahr auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grunde soll am 25. Mai 2019 u.a. eine Jubiläumsveranstaltung durchgeführt werden. Hierzu wurden die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Aus Anlass des Jubiläums soll auch eine Festschrift mit einer umfassenden Chronik über die Arbeit der AG 60 plus herausgegeben werden, an der der Vorstand schon jetzt arbeitet.

Erneuerung der Partei


Einen breiten Raum nahm auch die Diskussion zum Thema „Erneuerung der Partei“ ein und man verständigte sich auf einige Kernaussagen:

• Es muss mehr Beteiligung der Basis geben. Das kann soweit führen, dass es auch zu einer Direktwahl der/des Parteivorsitzenden kommt.
• Die SPD muss sich wieder als die linke Volkspartei verstehen, die mit klaren Aussagen und einer ordentlichen Basisarbeit auf die Bürgerinnen und Bürger mit deren berechtigten Anliegen und Bedürfnissen zugeht.
• Alte und Junge müssen wieder verstärkt miteinander reden. Junge Genossinnen und Genossen müssen mit ihren Vorstellungen ernst genommen werden.
• Es wird ein volles Stimmrecht der Vertreter der Arbeitsgemeinschaften in den Vorständen der Partei angestrebt.


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