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SPD hält Diskussionsrunde zu Atomendlager in der Brunsviga



Braunschweig | Wolfenbüttel

SPD hält Diskussionsrunde zu Atomendlager in der Brunsviga

von Bernd Dukiewitz


Wolfgang König, Dr. Carola Reinmann und Michael Müller stellten sich den Fragen der Bürger hinsichtlich der Atommüllendlager. Foto: Bernd Dukiewitz
Wolfgang König, Dr. Carola Reinmann und Michael Müller stellten sich den Fragen der Bürger hinsichtlich der Atommüllendlager. Foto: Bernd Dukiewitz Foto: Bernd Dukiewitz

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Braunschweig. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann (SPD) moderierte in der Brunsviga ein Bürgergespräch über Atommüll und -endlager. Ihr zur Seite standen Michael Müller von der Endlagerkommision und Wolfgang König, der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz.



Im Vordergrund stand die Frage der Atommüllendlagerung und die Bemühen der SPD, ein tragfähiges Modell für die Zukunft im Bundestag vorzustellen. "Durch den Atomausstieg 2022 sind wir zu einer Lösung gezwungen, da wir ja in absehbarer Zeit mit dem Problem konfrontiert werden", sagte Dr. Carola Reimann. "Wir müssen eine verantwortungsvolle Lösung für die nächste Million Jahre finden. Wir haben uns mit der Atomenergie ein Jahrhundertproblem aufgeladen". Sie betonte, dass von nun an geowissenschaftliche Kriterien im Vordergrund stehen würden, um nicht wie in der Vergangenheit auf der Lösung Salzbergwerk beharren zu müssen.

"Die Bürger müssen in Zukunft besser in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, auch um eine Glaubwürdigkeit für dieses wichtige Thema zu erzeugen", so Reimann.


Michael Müller betonte, welch große Verantwortung Niedersachsen trage: "Der Umgang mit Niedersachsen ist sehr unfair. Es ist eine sehr einseitige Belastung. Die anderen Länder haben sich in der Atommülldebatte immer weggeduckt". Müller stellte den Abschlussbericht der Endlager-Kommission vor, der im Bundestag im Sommer zu einem neuen Endlagergesetz führen soll. "Allerdings war für den Bericht in dieser Legislaturperiode nicht mehr genug Zeit, um alle Punkte abzudecken".

Zwischenlager in der Asse steht in der Kritik


Vielen kritischen Fragen musste sich Wolfgang König stellen, der in seiner Funktion als Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz unter anderem auch die Asse betreut. Einige Mitglieder von Initiativen rund um die Asse stellten Fragen zur Transparenz der Maßnahmen, fehlender Mitbeteiligung bei Entscheidungen und zu den geplanten Maßnahmen Ende des Jahres, wenn in der Asse verfüllt werden soll. "Zuerst einmal möchte ich betonen, dass wir alle Vorschläge der Arbeitsgruppe Asse beachtet haben. Nur ist es eben so, dass man trotzdem nicht immer einer fachlichen Meinung sein muss und letztlich liegt die Entscheidungsgewalt und die Verantwortung beim Betreiber. Ich weise aber ausdrücklich von mir, dass wir bewusst Vorschläge missachtet hätten in der Vergangenheit". Zudem warnte König vor dem Verlust von Fachwissen in naher Zukunft: "Das Thema Atomenergie ist natürlich nicht mehr interessant für junge Wissenschaftler, da ja nunmal bald der Ausstieg ansteht. Allerdings bleibt uns das Thema Atommüll noch für einige Zeit erhalten, da realistisch gesehen Endlager erst gegen 2050 entstehen werden". Zudem wies er auf die schwierigen politischen Umstände seiner Arbeit hin: "Die meisten Türen gehen schon zu, wenn man versucht, Lauge aus der Asse irgendwo zu entsorgen, selbst wenn es nicht kontaminiert ist. Die meisten Leute verschließen ihre Augen vor dem Problem und es wird nur interessant, wenn es konkret um ein Endlager in ihrer Nähe geht." König lobte zum Ende noch einmal ausdrücklich die Arbeit mit den Bürgerinitiativen in der Asse: "Die Asse ist ein tolles Beispiel und ein Lernprozess für uns, wie die Beteiligung der Bürger in Zukunft aussehen könnte. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, ist der Austausch sehr förderlich".


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