Wolfsburg

SPD Wolfsburg fordert Konzept zur „sozialstrukturellen Bedarfsanalyse"

Die Stadt soll weiter wachsen, sagt die SPD im Rat der Stadt Wolfsburg.

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Bachmann.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Bachmann. Foto: SPD-Ratsfraktion

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08.09.2020

Wolfsburg. Die SPD-Ratsfraktion fordert ein Konzept zur „sozialstrukturellen Bedarfsanalyse“ der Stadtteile, welches als Grundlage für neue Wohnbauprojekte dienen soll. Die Pressemitteilung dazu veröffentlichen wir ungekürzt und unkommentiert nachfolgend.


"Wolfsburg soll weiter wachsen – für einen lebendigen Stadtteil aber ist eine soziale Mischung in den Wohngebieten wichtig. Aus diesem Grund soll die Durchmischung ausgewogen sein. Deshalb ist es aus SPD-Sicht notwendig, dass es künftig ein Konzept zur „sozialstrukturellen Bedarfsanalyse“ der Stadtteile gibt. Dieses Konzept wiederum soll als Grundlage für neue Wohnbauprojekte dienen.

„Wir Sozialdemokraten haben den Anspruch, vielfältige, lebendige Stadtteile und Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu fördern“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Bachmann. Im Idealfall setzen sich künftig einzelne Wohngebiete aus 40 Prozent Eigentum und 60 Prozent Mietwohnungen zusammen – allerdings müssen bei den Mietwohnungen nach Auffas- sung der SPD 30 Prozent sozialgefördert sein, um auch einkommensschwächeren Menschen gutes Wohnen zu ermöglichen. Neben Mietwohnungen ist Eigentum wichtig, um eine stabile Be- wohnerstruktur zu etablieren, die langfristig in den eigenen vier Wänden lebt und sich im Stadt- teil entsprechend einbringt. Die Quote von mindestens 30 Prozent mietpreis- und belegungsgebundenen Wohneinheiten soll künftig für alle Grundstücke gelten, für die der Rat der Stadt Wolfsburg einen Bebauungs- plan aufstellt.

Auch wenn Wolfsburg im Städtevergleich über einen niedrigen Anteil an Wohnungen mit Miet- preis- und Belegungsbindung verfügt und zudem bis zum Jahr 2022 weitere Bindungen auslaufen werden, bietet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Neuland günstige Mietwohnungen an. „Von den insgesamt 11.200 Neuland-Wohnungen werden 5700 zu einem Quadratmeter- preis von unter sechs Euro vermietet, die Durchschnittsmiete der 1300 Wohnungen, die 2018 neu vermietet wurden, lag bei 6,43 Euro“, berichtet Neuland-Aufsichtsratsvorsitzende Immacolata Glosemeyer. Angesichts der im Durchschnitt sehr hohen Einkommen in der VW-Stadt haben vergleichsweise wenige Menschen Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein – derzeit gilt dabei eine Einkommensgrenze von 17.000 Euro für einen Einpersonen- und 23.000 Euro für einen Zweipersonenhaushalt. Niedersachsen liegt hier im deutschlandweiten Vergleich im Mittelfeld. Schluss- licht ist das Land allerdings bei den anrechenbaren Bruttoeinkommen für Kinder: Hier liegt die Grenze bei 3000 Euro. Das muss sich ändern.


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