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Staatsschutz eingeschaltet - Migrationsgegner provozieren Ortsbürgermeister



Salzgitter

Staatsschutz eingeschaltet - Migrationsgegner provozieren Ortsbürgermeister

Ein Pappschild mit Botschaft wurde an einem Geländer befestigt.

von Julia Fricke


Dieses Schild wurde vor dem Büro von Ortsbürgermeister Christian Striese angebracht.
Dieses Schild wurde vor dem Büro von Ortsbürgermeister Christian Striese angebracht. Foto: Büro Christian Striese

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Salzgitter. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Unbekannte vor dem Büro des Ortsbürgermeisters des Ortsrates Nordost in Salzgitter, Christian Striese (CDU), ein Pappschild mit der Aufschrift "Striese hau ab hier!!! Und nimm deine Neubürger mit!!" aufgehängt. Das Pappschild, dass aus einem Karton für Seniorenwindeln gefertigt wurde, wurde mit schwarzen Kabelbindern an einem Geländer befestigt, wie Christian Striese gegenüber regionalHeute.de berichtet. Auch der Staatsschutz wurde über die Aktion informiert.



Über die Hintergründe könne nur spekuliert werden. "Wir haben einen starken Zuwachs osteuropäischer Bürger aus Rumänien und Bulgarien", so Striese. Seit 2014 gebe es das Freizügigkeitsabkommen. Vorher habe es in der Siedlung Steterburg hohe Leerstände gegeben. Diese wären durch die zugezogenen "Neubürger" belegt worden. Etwa 600 Personen seien so hinzugekommen, deren Kinder dort auch zur Schule gehen müssen. Dabei gebe es jedoch einige Probleme. "Die Kinder können zwar teilweise Deutsch sprechen, aber sie können die Buchstaben nicht lesen oder schreiben", erklärt Striese, der sich als Vorsitzender des Bürgervereins Steterburg eben für diese Kinder einsetzen möchte. Im September vergangenen Jahres organisierte der Bürgerverein eine Hausaufgabenhilfe für die Kinder. Ziel ist es die Kinder möglichst schnell zu integrieren. In den Räumen des Stadtteiltreffs wurden so zunächst um die 40 Kinder unterrichtet. Während des Corona-Lock-Downs in den Schulen musste auch die Hausaufgabenhilfe schließen. Im Mai ging es wieder los. Und der Andrang ist groß: Zirka 50 Kinder werden zurzeit in zwei Gruppen betreut. Hilfe bekommen die Ehrenamtlichen, die oftmals selbst zur Risikogruppe gehören, dabei von Gymnasialschülern.

Somit könnte es sich bei dem Anbringer des Schildes um einen Anwohner handeln, der sich belästigt fühlt. Gegenüber befinde sich ein Kiosk und eine Pizzeria. Der Täter müsse also entweder "flink oder abgebrüht" sein. Bei der Polizei habe Striese den Vorfall gemeldet. Da jedoch keine direkte Bedrohung auf dem Schild ausgesprochen wird, könne keine Strafanzeige gestellt werden. Gemeldet werden müssten solche Übergriffe auf Politiker dennoch. So habe Polizeichef Volker Warnecke den Staatsschutz informiert. In der nächsten Woche solle es ein Gespräch zusammen mit Striese geben.


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