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Stadtteile im Porträt – Teil 29 – Reppner


Postkarte von Reppner. Bild: Peter Görsch
Postkarte von Reppner. Bild: Peter Görsch

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22.10.2017

Salzgitter. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Stadt Salzgitter Berichte der Ortsheimatpfleger. Darin sollen die Stadtteile vorgestellt werden. Weiterhin wird dadurch auf die besondere Arbeit der Stadtexperten aufmerksam gemacht. regionalHeute.de stellt diese in einer Serie vor. Heute geht es weiter mit Peter Görsch für Reppner.



Salzgitter-Reppner


Wo aus Rüben Burgen wurden (vonPeter Görsch)

Reppner, der nördlichste Stadtteil der Ortschaft Nordwest liegt im Tal der Fuhse, die im Oderwald entspringt und in Celle in die Aller mündet. Die südliche Grenze des Ortes bildet die Flothe, die östliche Grenze die Fuhse. Die Ländereien von Reppner haben eine Größe von 447,2 ha, sie grenzen im Norden an die Broistedter und Barbecker, im Westen an die Lesser Flur.

Die leicht erhöht, über dem Stadtteil stehende Kirche St. Jacobi wurde am 25. Januar 1847 eingeweiht, nachdem das alte Kirchenschiff 1846 abgerissen worden war. Doch natürlich hatte Reppner schon viel früher eine Kirche. Schriftliche Quellen deuten darauf hin, dass es bereits 1220 eine Kirche gab.

Bei dem Turm der Kirche handelt es sich vermutlich um einen alten Wehrturm. Er besteht aus drei Verteidigungsstockwerken mit Schießscharten. Eine vollständige Erneuerung im Inneren der Kirche fand in den Jahren 1958 bis 1960 statt. Aus dem Jahr 1540 datiert ein Hinweis auf einen Opfermann, der auch die Schüler in Reppner unterrichtete. 1905 wurde das letzte Schulhaus eingeweiht, in dem bis 1969 unterrichtet wurde. Das ehemalige Schulhaus wurde anschließend umgebaut und beherbergt nun einen Dorfgemeinschaftsraum, den Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr, die am 21. Juni 1874 gegründet worden ist und zwei privat genutzte Wohnungen.


Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich heute im ehemaligen Garten der alten Schule. Wie alle Stadtteile Salzgitters war Reppner Jahrhunderte lang landwirtschaftlich geprägt. Die 1867 erfolgte Separation (Verkopplung) verbesserte die Situation der Bauern erheblich. Neben der Ablösung der Lasten waren die Teilung der gemeinschaftlich genutzten Grundstücke und die Regulierung der Grenzen gegen benachbarte Fluren von entscheidender Bedeutung. Eine vermehrte Aufstallung von Tieren zog einen größeren Bedarf an Nebengebäuden mit sich.

Der ertragreiche Anbau von Zuckerrüben brachte für viele Bauern Reichtum. Eine Verabschiedung vom niedersächsischen Hallenhaus hin zu sogenannten „Rübenburgen“ war die Folge. Eines dieser imposanten Wohnhäuser ist heute noch an der Lesser Straße zu bewundern. Den Hof, der die Brandversicherungsnummer 1 trägt, ließ Hogrefe, ein Vorfahre der Familie Lütgering in den Jahren 1896/97 auf der Stelle der ehemaligen Zehntscheune errichten. Die Nähe zum Salzgittersee und zum Stadtteil Lebenstedt mit seiner guten Infrastruktur machte das 2005 am südlichen Ortsrand von Reppner erschlossene Neubaugebiet „Welfengrund“ besonders attraktiv. Insgesamt 63 neue Wohnhäuser entstanden. Aus einem Jahrhunderte alten Bauerndorf wurde innerhalb von nur zehn Jahren ein Schlafdorf, in dem rührige Vereine die gewachsene Gemeinschaft unter den gut 600 Einwohnern pflegen.

Hintergrund


Im Jahr 2002 erschien die erste Ausgabe des Journals der Ortsheimatpflege der Stadt Salzgitter als Plattform für Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Heimatpflege. zu präsentieren und wurde mit unregelmäßigem Erscheinungsdatum fortgesetzt. Die Ausgaben 3 (Wasserturm in Lobmachtersen) und 4 (das Hausschlachten) sind noch im Stadtarchiv, im Städtischen Museum Schloss Salder sowie in den Bürger-Centren käuflich zu erwerben.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Ortsheimatpflege in Salzgitter und des 75-jährigen Bestehens der Stadt Salzgitter stellen die Ortsheimatpfleger der Stadt in der jüngsten Broschüre der Reihe die Geschichte ihres Stadtteils auf einer Doppelseite vor (Veröffentlichung geplant im Herbst 2017).


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