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Stadtteile im Porträt – Teil 8 – Hohenrode



Salzgitter

Stadtteile im Porträt – Teil 8 – Hohenrode


Die Wassermühle in Hohenrode, Stadtarchiv Salzgitter
Die Wassermühle in Hohenrode, Stadtarchiv Salzgitter

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Salzgitter. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Stadt Salzgitter Berichte der Ortsheimatpfleger. Darin sollen die Stadtteile vorgestellt werden. Weiterhin wird dadurch auf die besondere Arbeit der Stadtexperten aufmerksam gemacht. regionalHeute.de stellt diese in einer Serie vor. Heute geht es weiter mit Markus Schulze für Hohenrode.



Mit gleich drei Superlativen kann der beschauliche Stadtteil Hohenrode dienen, der zur Ortschaft Süd gehört: Er ist mit 174 Einwohnern nicht nur der kleinste Stadtteil Salzgitters, sondern auch der südlichste Ort des Stadtgebietes. Zudem liegt auf der Gemarkung Hohenrodes mit der 1775 errichteten Brücke über den Mühlengraben die älteste Brücke Salzgitters. Doch Hohenrode hat noch mehr zu bieten.

Die Gründungsgeschichte des Ortes lässt sich aus dem Ortsnamen ableiten: Die Siedlung wurde in der Rodungsphase des 11. oder 12. Jahrhunderts auf einer Terrasse oberhalb der Innerste angelegt. In unmittelbarer Nähe führte eine Furt (die „düstere Furt“) durch den Fluss, dessen stark versumpftes Tal an dieser Stelle durch den bis ans Ufer reichenden Feldberg leidlich gut passiert werden konnte. Seit Anbeginn war Hohenrode dem Bistum Hildesheim zugeordnet, fiel aber 1523 nach Ende der Hildesheimer Stiftsfehde an das Herzogtum Braunschweig. Erst 120 Jahre später gewannen die Hildesheimer ihren 1523 begonnenen Prozess um das "Große Stift" – so nannte man den erweiterten Besitz der Hildesheimer – und erhielten den größten Teil ihrer alten Besitztümer zurück. Nach der napoleonischen Zeit gehörte Hohenrode im Königreich Hannover (ab 1866 Königreich Preußen) zum Amt Liebenburg, das 1884 im Landkreis Goslar aufging. Seit der Gründung der Stadt Watenstedt-Salzgitter am 1. April 1942 ist Hohenrode ein Stadtteil von Salzgitter.


Eine Hohenroder Mühle wurde 1573 zum ersten Mal erwähnt, sie lag am Mühlengraben, einem Nebenarm der Innerste. In dieser Schleifmühle wurde Korn gemahlen und landwirtschaftliches Gerät geschliffen. Die letzte Mühle wurde 1831 durch Thedel Friedrich von Wallmoden als Fachwerkbau erbaut. Sie wurde bis 1920 betrieben und verfiel danach. Das Gebäude wurde 1964 abgerissen.

Die Bevölkerung Hohenrodes bestand bis in das 20. Jahrhundert aus Handwerkern, Landwirten und Landarbeitern. Bis 1933 gehörten neben dem Gutshof sieben Wohnhäuser an der damaligen Hauptstraße und vier weitere Häuser an der Straße „Am Brink“ zum Dorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort um die heutige Wendhausenstraße erweitert und es entstanden hier Wohnhäuser für die Bergleute der benachbarten Eisenerzgrube „Schacht Georg“. Der Betrieb des Bergwerks wurde am 28. Februar 1965 eingestellt und heute ist Hohenrode fast ausschließlich ein Wohnort für Pendler. Es gibt mit dem Gutshof einen landwirtschaftlichen Betrieb sowie drei weitere gewerbliche Betriebe, deren Mitarbeiter überwiegend aus dem Umland kommen. Zum Ort gehören heute fünf Wohnhäuser am Gutshof und 43 im „Oberdorf“.


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