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"Taktlos und unverschämt" - Jusos kritisieren Junk im Umgang mit Karstadt-Verlust

Die Goslarer Jusos kritisieren Oberbürgermeister Junk dafür, dass er von der Schließung wohl schon vor der Belegschaft wusste - Und es einfach auf Twitter teilte.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Pixabay

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20.06.2020

Goslar. Nach der Hiobsbotschaft, dass das Karstadt Warenhaus in Goslar noch dieses Jahr schließen könnte, regt sich Kritik am Umgang von Oberbürgermeister Oliver Junk mit den sozialen Medien. Denn obgleich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst um 14 Uhr über den drastischen Schritt informiert worden seien, habe er bereits um 10:10 Uhr einen Tweet abgesetzt, in dem von der Karstadt-Schließung die Rede war. Die Jusos in Goslar bezeichnen das als "Taktlos und unverschämt" gegenüber den Angestellten und veröffentlichten hierzu eine Pressemitteilung.


Auf Twitter hatte der Oberbürgermeister Oliver Junk verkündet, dass wohl auch Karstadt in Goslar langfristig nicht mehr weitergeführt werde. „In unseren Augen hätte man diese Nachricht mit etwas Nachsicht und Wehmut verkünden können,“ so die Jusos. „Der Verlust von Karstadt in Goslar ist eine herbe Enttäuschung für die Bürgerinnen und Bürger und für die Angestellten“, offensichtlich sieht unser Oberbürgermeister das nicht so. Laut einigen Twitter-Usern hat Junk die Nachricht veröffentlicht, bevor die Leitung und deren Angestellte darüber informiert wurden.


Der Tweet des Anstoßes. Foto: @Oliver_Junk / Twitter



„Das ist taktlos und unverschämt, stellt die SPD Jugend klar. Man hätte da einen seriöseren Weg und würdigeren Weg finden müssen, als kurz über Twitter den Leuten mal eben mitzuteilen, dass Karstadt in Goslar deutliche Zukunftsschwierigkeiten hat und vor dem Aus steht." Daran sehe man, so Kilian Grabow, dass Social Media beim Oberbürgermeister Überhand nehme: "Nicht alles gehört sofort in die sozialen Medien. Es ist erbärmlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Mitteilung durch Herrn Junk auf Twitter bekommen haben."

Die Jusos seien im Gegensatz dazu darüber erfreut, dass sich Anfang nächster Woche die SPD-Ratsfraktion sich schnellstmöglich mit dem Betriebsrat und dem Geschäftsführer treffen wolle, um über Lösungsansätze zu sprechen. "Natürlich kann keiner versprechen, dass Karstadt bleibt, aber als Sozialdemokratie muss man in schweren Zeiten vor Ort sein und über mögliche Hilfen und Lösungen sprechen, so Grabow."


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