Tarifauseinandersetzung bei KVG - Beschäftigte übergeben offenen Brief

In den Tarifauseinandersetzungen bei der KVG geht es nicht weiter. Jetzt fordern die Mitarbeiter den Geschäftsführer auf sich für die "stark zu machen".

von Julia Fricke


Der offene Brief von Hartmut Didzoleit (Tarifkomision) an Axel Gierga übergeben.
Der offene Brief von Hartmut Didzoleit (Tarifkomision) an Axel Gierga übergeben. Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Einen offenen Brief übergaben am gestrigen Dienstag die Beschäftigten der KVG Braunschweig an ihren Geschäftsführer Axel Gierga. Bereits zweimal hatte es Streiks gegeben, in denen mehr Geld für die Busfahrer gefordert wurde. Getan habe sich seither jedoch nichts, wie ver.di in einer Pressemitteilung berichtet. In Anwesenheit des zuständigen ver.di Sekretärs Jan von Alvensleben wurde das Schriftstück übergeben.


In dem Brief, der der Redaktion vorliegt, bringen die zirka 420 Angestellten ihre Enttäuschung zum Ausdruck und schreiben über die negative Stimmung im Betrieb. Diese sei aktuell bei der gesamten Belegschaft auf "dem Tiefpunkt". Aufgrund der Corona-Pandemie sei man dem Unternehmen entgegengekommen und habe eine Einmalzahlung für sechs Monate akzeptiert. Nun wollen die Angestellten wissen, mit welchem Einkommen sie in Zukunft planen können. "Wir erwarten, dass Sie und die anderen Arbeitgeber sich nunmehr bewegen und eine spürbare Erhöhung der Tabellenentgelte und besserer Arbeitsbedingungen anbieten. Bisher erleben wir in den Verhandlungen eine immer länger dauernde Hinhaltetaktik die wir so nicht weiter hinnehmen können", heißt es in dem Schreiben.

"Wir haben das Gefühl, dass unsere Forderungen, die ja schon 2019 aufgestellt worden sind, überhaupt nicht ernst genommen werden. Es wird immer weiter nach hinten geschoben und es gibt überhaupt keine Wertschätzung. Wir sind jetzt schon in die Schlichtung gegangen, aber auch da geht es nicht vorwärts", kritisiert Karin Bock, Mitglied der Tarifkommission und Busfahrerin. Mit dem offenen Brief soll der Geschäftsführer aufgefordert werden sich für seine Mitarbeiter starkzumachen. Mit dem Streik allein sei nichts erreicht worden. Nach wie vor gebe es keine Bewegung seitens des Arbeitgebers.

"Es ist eine schwierige Situation, unternehmerisch und auch sonst. Ich kann das nachempfinden, dass gesagt wird, dass das alles schneller gehen könnte, aber wir suchen das beste Ergebnis", so Axel Gierga. Am guten Willen, zumindest von seiner Seite aus, solle es nicht mangeln.

Am heutigen Mittwoch komme abermals ein Teil der Schlichtung zusammen. "Wir erhoffen uns eigentlich einen Schlichterspruch", so Bock. Sollte es jedoch weiterhin schleppend laufen und man zu keiner Einigung kommen, könnte es auch in Zukunft in Streiks münden. Dies wolle man jedoch eigentlich vermeiden.


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