Task Scamming: Polizei warnt vor falschen Nebenjob-Angeboten

Mit einfachen Aufgaben von zu Hause aus Geld verdienen – solche Jobangebote können sich als Betrug entpuppen.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Region. Mit einfachen Aufgaben von zu Hause aus schnell Geld verdienen – mit solchen Versprechen locken Betrüger Menschen in vermeintlich lukrative Nebenjobs. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche, die als sogenanntes Task Scamming bekannt ist.



Wie schnell Betroffene in eine solche Falle geraten können, zeigt ein Fall aus Gifhorn. Eine Frau war Ende September über eine Anzeige in einem sozialen Netzwerk auf einen Nebenjob aufmerksam geworden. Zunächst sollte sie einfache Montagearbeiten von zu Hause aus erledigen. Statt eines konkreten Auftrags erhielt sie jedoch kleine Online-Aufgaben, etwa Bilder mit „Gefällt mir“ zu markieren. Später sollte sie Produkte mit eigenem Geld kaufen. Auf einer Website wurde ihr ein Guthaben von mehr als 800 Euro angezeigt. Als sie sich das Geld auszahlen lassen wollte, wurde die Auszahlung verweigert. Stattdessen sollte sie weitere Aufgaben erledigen und dafür mehr als 1.000 Euro bezahlen. Als sie misstrauisch wurde und sich der Kontakt zunehmend gereizt zeigte, wandte sie sich an die Polizei. Diese ermittelt wegen Betrugs.

Task Scamming: So funktioniert die Betrugsmasche


Beim sogenannten Task Scamming geben sich Kriminelle als Anbieter vermeintlich lukrativer Nebenjobs aus. Die Angebote versprechen, mit wenig Aufwand und einfachen Tätigkeiten Geld verdienen zu können. Der Kontakt beginnt häufig über Anzeigen in sozialen Netzwerken und wird anschließend über Messenger oder andere Chatplattformen fortgesetzt.

Zu Beginn erhalten Interessierte meist kleine Aufgaben, beispielsweise Bilder zu bewerten, Beiträge zu liken oder Produkte auf einer Website anzuklicken. Auf einer eigens dafür eingerichteten Plattform können sie angebliche Einnahmen und Provisionen verfolgen. Die angezeigten Beträge sollen Vertrauen schaffen und den Eindruck vermitteln, dass sich die Arbeit tatsächlich lohnt. Ob das Guthaben real existiert, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Im nächsten Schritt verlangen die Betrüger häufig, dass die Betroffenen selbst Geld einsetzen. Sie sollen beispielsweise Produkte kaufen oder Guthaben einzahlen. Die Ausgaben würden später zurückerstattet und zusätzlich mit einer Provision vergütet, heißt es. Tatsächlich werden die geforderten Beträge jedoch immer höher. Wer sein vermeintliches Guthaben auszahlen lassen möchte, wird hingehalten oder aufgefordert, zunächst weitere Aufgaben zu erledigen und dafür noch mehr Geld zu bezahlen.

Woran sich unseriöse Jobangebote erkennen lassen


Ein wichtiges Warnsignal sind ungewöhnlich hohe Verdienstversprechen für Tätigkeiten, die kaum Aufwand erfordern. Misstrauisch sollten Interessierte auch werden, wenn sie Geld überweisen, Produkte kaufen oder Gebühren bezahlen sollen, um einen Job beginnen oder ihre angeblichen Einnahmen auszahlen lassen zu können. Seriöse Arbeitgeber verlangen in der Regel keine Vorauszahlungen dafür, dass jemand eine Beschäftigung aufnehmen darf.


Vorsicht ist außerdem geboten, wenn der gesamte Kontakt ausschließlich über Messenger stattfindet, kein nachvollziehbares Vorstellungsgespräch geführt wird oder ein Arbeitsvertrag ausbleibt. Vor einer Zusage sollten Interessierte prüfen, ob das Unternehmen tatsächlich existiert. Dazu gehören ein Blick auf die offizielle Website und die Kontaktdaten sowie gegebenenfalls ein Anruf über eine unabhängig recherchierte Telefonnummer.

Auch bei persönlichen Daten ist Zurückhaltung wichtig. Wer zur angeblichen Identitätsprüfung Fotos von Vorder- und Rückseite des Personalausweises oder ein Selfie über einen Chat übermitteln soll, sollte besonders vorsichtig sein. Solche Aufnahmen können missbräuchlich verwendet werden.

Was Betroffene tun sollten


Wer bereits Geld überwiesen oder Produkte gekauft hat, sollte keine weiteren Zahlungen leisten – auch dann nicht, wenn eine Auszahlung angeblich nur noch von einer letzten Gebühr oder Aufgabe abhängt. Betroffene sollten möglichst schnell ihre Bank oder den jeweiligen Zahlungsdienstleister kontaktieren und nach Möglichkeiten fragen, die Zahlung zu stoppen oder zurückzuholen.

Wichtig ist außerdem, Beweise zu sichern. Dazu zählen Chatverläufe, Nachrichten, Screenshots der Website, Zahlungsbelege und Angaben zu den beteiligten Konten. Der Fall sollte bei der Polizei angezeigt werden. Wurden Ausweiskopien oder andere persönliche Daten übermittelt, sollten Betroffene zudem besonders aufmerksam auf mögliche weitere Betrugsversuche achten.

Wer Geld investieren soll, um einen vermeintlichen Nebenjob ausüben oder den eigenen Verdienst erhalten zu können, sollte das Angebot genau prüfen und im Zweifel Abstand davon nehmen. Ein angezeigtes Guthaben auf einer Website ist kein Beweis dafür, dass das Geld tatsächlich vorhanden ist.