Berlin. Beim Bryan-Adams-Konzert in Berlin sind am Freitagabend zahlreiche Besucher am Einlass abgewiesen worden, weil ihre zuvor online erworbenen Tickets offenbar nicht gültig waren. Betroffen waren auch zwei Konzertbesucher aus Salzgitter.
Nach Angaben von Betroffenen wurden die Tickets über einen Online-Anbieter erworben. Wie viele Konzertbesucher tatsächlich betroffen sind und ob es sich um gefälschte beziehungsweise unrechtmäßig verkaufte Tickets handelt, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Vor Ort war von einer größeren Zahl Betroffener die Rede; möglicherweise handelt es sich um Hunderte Tickets.
Polizei nahm Anzeigen auf
Die Polizei war vor Ort und nahm Anzeigen von Betroffenen auf. Dafür wurde nach Beobachtungen am Veranstaltungsort auch ein Polizeifahrzeug eingesetzt, an dem Geschädigte ihre Angaben machen konnten. Die genauen Hintergründe des Ticketverkaufs sowie die Verantwortlichkeit des betreffenden Anbieters müssen nun geklärt werden. Eine offizielle Bestätigung zur Gesamtzahl der betroffenen Tickets liegt bislang nicht vor.
Zu den Betroffenen gehören Nancy Kemnitz und David Kaminski aus Templin in der Uckermark. Sie waren nach eigenen Angaben über Facebook auf ein Angebot für das Bryan-Adams-Konzert in Berlin aufmerksam geworden. Über einen dort angezeigten Link gelangten sie zum Ticketkauf. „Das ging eigentlich ganz schnell“, berichtet Kemnitz. Die Bezahlung sei per Kreditkarte erfolgt, kurz darauf seien die beiden Tickets per E-Mail eingegangen. Erst am Veranstaltungsort habe das Paar erfahren, dass die Tickets nach Auskunft vor Ort gefälscht seien und deshalb nicht zum Einlass berechtigten.
Zahlreiche gefälschte Tickets
Anschließend seien sie zu einem Informations- beziehungsweise Ticketschalter geschickt worden. Dort habe man ihnen mitgeteilt, dass an diesem Abend zahlreiche gefälschte Tickets im Umlauf seien. Da die Polizei bereits vor Ort sei, könnten Betroffene unmittelbar Anzeige erstatten. Kemnitz und Kaminski hatten insgesamt zwei Tickets gekauft. Nachdem diese nicht akzeptiert wurden, kauften sie zwei neue Tickets über Eventim. Dafür zahlten sie nach eigenen Angaben insgesamt 190 Euro.
Für die ursprünglich erworbenen Tickets war die Zahlung per Kreditkarte erfolgt. Das Paar will nun prüfen, ob der gezahlte Betrag über die Bank beziehungsweise den Kreditkartenanbieter zurückgefordert werden kann. Damit mussten die beiden Besucher nicht nur die Situation vor Ort klären, sondern zunächst erneut Geld ausgeben, um das Konzert überhaupt besuchen zu können.
Weitere Betroffene reisten aus Salzgitter an
Auch eine Konzertbesucherin, die gemeinsam mit ihrer Freundin aus Salzgitter nach Berlin angereist war, berichtet von offenbar gefälschten Tickets. Die Eintrittskarten hatte sie von ihrer Freundin geschenkt bekommen. Erst am Einlass zum Bryan-Adams-Konzert erfuhren die beiden nach eigenen Angaben, dass die zuvor über eine vermeintliche Ticketplattform gekauften Karten nicht gültig seien. „Dann mussten wir leider am Einlass erfahren, dass sie Fake-Tickets gekauft hat – offenbar über eine Fake-Plattform“, berichtet die Besucherin.
Um das Konzert dennoch besuchen zu können, kaufte ihre Freundin vor Ort erneut zwei gültige Tickets. Zudem erstatteten die Betroffenen unmittelbar vor Ort Anzeige bei der Polizei. Die Besucherin zeigte sich verärgert über den Vorfall: „Ich finde das einfach einen Skandal, dass so etwas überhaupt noch möglich ist.“ Die beiden hatten für den Konzertbesuch eigens die Fahrt von Salzgitter nach Berlin auf sich genommen.

