Tierische Geschenke: Erst unterm Weihnachtsbaum, dann im Tierheim

Hunde, Katzen und Kleintiere sind keine Geschenke, sagt die Tierschutzorganisation TASSO.

Hunde, Katzen und Kleintiere sind keine Weihnachtsgeschenke.
Hunde, Katzen und Kleintiere sind keine Weihnachtsgeschenke. Foto: TASSO e.V.

Region. Jedes Jahr landen etliche Hunde, Katzen und Kleintiere unterm Weihnachtsbaum. Oft sind es unüberlegte Spontankäufe – mit folgenschweren Konsequenzen. Nicht selten werden die tierischen Begleiter aufgrund von Überforderung, Zeitmangel oder finanziellen Engpässen vernachlässigt oder im Tierheim abgegeben. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. appelliert daher eindringlich an die Vernunft der Menschen, keine Tiere zu verschenken.


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Haustiere werden zur Weihnachtszeit oftmals wie Kuscheltiere verschenkt, dabei sind sie echte Familienmitglieder. Wer sich für ein Tier entscheidet, übernimmt ein Tierleben lang Verantwortung dafür, dass der tierische Begleiter alles erhält, was er für ein möglichst artgerechtes Leben benötigt. Tierinteressierte müssen sich darüber im Klaren sein, welche Verantwortung und Verpflichtungen die Aufnahme eines tierischen Begleiters mit sich bringt.

Anschaffung gut überdenken


Damit das Tier aufgrund von Gedankenlosigkeit nicht ins Tierheim gebracht oder gar ausgesetzt wird, sollten vorab folgende Fragen kritisch geprüft werden: Passt das Tier in meine Lebenssituation, ist ausreichend Zeit vorhanden und kann ich mir das auch finanziell über viele Jahre leisten? Neben den Ausstattungskosten und Futter, müssen Tierfreunde auch beispielsweise an die Kosten für den Tierarzt denken. „Gerade der finanzielle Aspekt wird häufig unterschätzt. Zudem kommt, dass jetzt alles teurer wird und durch die Inflation und hohen Energiepreise oftmals das nötige Geld fehlt. Deswegen muss so eine Entscheidung gründlich durchdacht und mit allen Beteiligten besprochen werden“, sagt Heike Weber, Leiterin Tierschutz bei TASSO, und fügt hinzu: „Es muss zudem auch gesichert sein, dass die finanzielle Belastung langfristig getragen werden kann und ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um Rücklagen für tiermedizinische Notfälle zu schaffen.“

Interesse geht verloren


Oftmals sind es Eltern, die ihren Kindern keinen Wunsch verwehren können und den lang ersehnten Welpen, das süße Kitten oder das vermeintlich pflegeleichte Kaninchen zu Weihnachten schenken. Die Begeisterung bei den Kids ist zu Beginn riesig, keine Gassirunde wird ausgelassen, Katzenklo oder Kleintiergehege werden regelmäßig sauber gemacht. Doch nach einer gewissen Zeit werden die Pflichten rund ums Tier zu anstrengend oder das Interesse geht verloren. Wichtig ist, dass sich Eltern bewusst machen, dass letztlich die Arbeit an ihnen hängen bleiben kann und dass sie die Hauptverantwortung für das Tier haben. Aber auch Erwachsene erleben immer wieder eine tierische Überraschung unterm Weihnachtsbaum, wenn ein Partner ihnen eine besonders große Freude machen wollte. Wenn das Tier nicht gewollt war oder die Lebensumstände einfach nicht passen, kann dies nicht nur zu Auseinandersetzungen sondern letztendlich auch zur Abgabe des Tieres führen.

TASSO rät daher allen Tierfreunden, die sich für einen tierischen Begleiter interessieren, ihre Lebenspläne genau zu prüfen und sich nach Weihnachten, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, an einen seriösen Züchter zu wenden oder besser gleich den Weg ins Tierheim zu wählen. In örtlichen Tierheimen oder auch im Online-Tierheim shelta, das von TASSO ins Leben gerufen wurde, warten tausende Tiere auf ein liebevolles Zuhause.


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