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Tödlicher Familienstreit in Westhagen: Täter kommen vor Gericht



Wolfsburg

Tödlicher Familienstreit: Täter kommen vor Gericht

Den vier Männern einer Familie im Alter von 24, 25 und 46 Jahren, die sich zurzeit in Untersuchungshaft befinden, wird gemeinschaftlich begangener Totschlag an einem männlichen Familienmitglied vorgeworfen.

von Anke Donner


Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Alexander Panknin

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Wolfsburg. Ab dem heutigen Dienstag müssen sich vier Männer vor dem Braunschweiger Landgericht wegen Totschlags verantworten. Die vier Männer einer Familie im Alter von 24, 25 und 46 Jahren sollen im September des vergangenen Jahres in Westhagen ein weiteres Familienmitglied, einen 25-Jährigen, im Streit getötet haben.



Den Männern, die sich zurzeit in dieser Sache in Untersuchungshaft befinden, wird gemeinschaftlich begangener Totschlag vorgeworfen. Angeklagt sind ein 46-jähriger Vater und dessen beiden 24 Jahre alten Zwillingssöhne sowie sein 25-jähriger Schwiegersohn. Den vier Männern wird vorgeworfen, den damals 25-jährigen Schwiegersohn des 46-jährigen Angeklagten zunächst verfolgt und anschließend durch heftige Gewalteinwirkung sowie lebensbedrohliche Stichverletzungen getötet zu haben.

Am 24. September des vergangenen Jahres waren das spätere Opfer und dessen Ehefrau mit dem Auto in Wolfsburg unterwegs, als sie bemerkten, dass der 46-jährige Angeklagte und der 25-jährige Angeklagte sie mit einem Opel Zafira verfolgen. Die mitangeklagten 24- jährigen Zwillinge sollen in einem anderen Auto in der Nähe des Wohnortes bereits auf das Fahrzeug der Zeugin und des Opfers gewartet haben. Als die Ehefrau des Opfers aus dem Auto ausstieg, soll sie die vier Angeklagten, die auf ihr Fahrzeug zugelaufen seien, erkannt haben. Um seinen Plan ausführen zu können, soll der 46-jährige Angeklagte der Frau des späteren Opfers Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, ihr mit der Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen und sie in ein Gebüsch geschubst haben.

Opfer mit Stahlkette malträtiert


Im weiteren Verlauf wurde dann das spätere Opfer angegriffen. Dabei sollen die Angeklagten zu viert heftig und mehrmals auf den Kopf des 25-Jährigen eingeschlagen haben, unter anderem mit einer massiven Stahlkette mit Metallschloss. Zu seiner Verteidigung soll das Opfer ein mitgeführtes Klappmesser gezogen und gegen die mitangeklagten Zwillingen eingesetzt haben. So habe er diesen beiden Angeklagten mehrere lebensbedrohliche Stichwunden an Rumpf und Rücken zugefügt. Die von dem Opfer gezeigte Gegenwehr soll die Angeklagten in ihrem Vorhaben, das Opfer zu töten, bestärkt haben. Sie sollen dem Opfer das Messer abgenommen und ihm damit mehrfach in den Oberkörper gestochen haben.

Infolge des Angriffes mit der Stahlkette erlitt der 25-Jährige schwere Kopfverletzungen und mehrere Stichverletzungen im Oberkörper, wobei es zu einem Stich ins Herz und zur Eröffnung der linken Herzkammer kam. Nach den Stichverletzungen war das Opfer lebensgefährlich verletzt vor der Haustür seiner Schwiegereltern zusammengebrochen. Als Familienmitglieder des Opfers zur Hilfe herbeieilten, flüchteten die Angreifer. Der 25-Jährige starb trotz einer schnellen notärztlichen Versorgung und einer Notoperation noch am Tatort an einem Herz-Kreislauf-Versagen mit akutem massivem Blutverlust.


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