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Über 100.000 Menschen in Niedersachsen haben Booster-Impfung erhalten



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Über 100.000 Menschen in Niedersachsen haben Booster-Impfung erhalten

Laut Landesregierung gibt es hier aber eine hohe Dunkelziffer. Zur Anzahl der Impfdurchbrüche könne das Land keine Angaben machen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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Niedersachsen. Insgesamt 108.381 Menschen in Niedersachsen haben bereits eine dritte Impfung - die sogenannte Booster- oder Auffrischimpfung - erhalten. Das berichtete Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabes der Landesregierung, am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. In diesem Bereich gebe es allerdings eine hohe Dunkelziffer. Noch weniger Aussagen könne man zur Zahl der Impfdurchbrüche in Niedersachsen machen.



Die STIKO empfiehlt eine Auffrischimpfung derzeit für Personen über 70 Jahren. In Niedersachsen sind dies 1,3 Millionen Menschen. Auf den ersten Blick sind da gut 100.000 Personen (deutlich unter 10 Prozent) nicht sehr viel. Doch Heiger Scholz verweist darauf, dass die Auffrischimpfungen - auch in den Seniorenheimen - in der Regel vom zuständigen Hausarzt durchgeführt würden. Deren Berichterstellung sei rudimentär. Bereits bei der allgemeinen Impfquote hat dies zu Ungenauigkeiten geführt (regionalHeute.de berichtete). Zudem müssten zwischen zweiter und dritter Impfung sechs Monate vergangen sein. Das sei bei vielen Über 70-Jährigen noch gar nicht der Fall, ergänzte Anke Pörksen, Sprecherin der Niedersächsischen Staatskanzlei.

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Die Regierungssprecherin hatte auch ein mögliches Motiv parat, mit der dritten Impfung noch zu warten. In anderen Teilen der Welt sei man mit dem Impffortschritt erst am Anfang. Dort könnten neue, gefährliche Virusvarianten entstehen. Dies könnte neben ethischen Gesichtspunkten ein Grund sein, vorerst auf die Auffrischungsimpfung zu verzichten. Die in Frage kommenden Personen direkt anzuschreiben, sei derzeit nicht geplant. Zum einen gehe man davon aus, dass das Thema mittlerweile allgemein bekannt sei, zum anderen liege es in der Hand der Hausärzte, die jeweiligen Patienten zu informieren, so Heiger Scholz. Wenn sich herausstelle, dass es es hier doch ein Problem gebe, könne man noch einmal darüber nachdenken, ergänze Anke Pörksen. Derzeit sei es dafür aber zu früh.

Kaum Infos zu Impfdurchbrüchen


Trotz doppelter Impfung kommt es immer wieder zu Impfdurchbrüchen. Hierzu habe das Land aber keinerlei statistische Daten. Laut Robert-Koch-Institut seien es bundesweit 4.600*, so Heiger Scholz. Für Niedersachsen gebe es dort keine Aufschlüsselung. Der Krisenstabsleiter wies aber darauf hin, dass die Gefahr, schwer an Corona zu erkranken, bei doppelter Impfung zu erkranken sehr gering sei. Natürlich gebe es Ausnahmen. Selbst bei dreifacher Impfung könne man einzelne Todesfälle nicht ausschließen.
* Anmerkung der Redaktion: Diese Zahl ist im Rahmen der PK gefallen. Aus den Unterlagen des RKI geht aber hervor, dass es deutlich mehr Impfdurchbrüche gibt. Mehr lesen Sie hier


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