Umstrukturierung: Volksbank BRAWO schließt diesen Geschäftszweig komplett

Die Gesellschaften für Investitionen in "Grüne Energie" werden zum Ende des Jahres ihren Betrieb einstellen.

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Die Volksbank BRAWO will sich wieder vermehrt aufs Kerngeschäft konzentrieren.
Die Volksbank BRAWO will sich wieder vermehrt aufs Kerngeschäft konzentrieren. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig. Die Volksbank BRAWO will wieder verstärkt aufs regionale Bankgeschäft setzen. Geschäftsfelder, die sich davon entfernen, müssen gehen. So hatte die Bank das kürzlich auf ihrem Bilanzpressegespräch mitgeteilt. Kurz darauf folgte bereits eine erste Vollzugsmeldung, wonach die Volksbank sich von ihrer Beteiligung an der Kette Fitnessland trennen werde. Jetzt kündigt die Bank in einer Pressemitteilung an: Der Betrieb des Geschäftsfelds BRAWO Green Energy wird zum Ende des Jahres eingestellt.



Die weitgehend im Eigentum der Bank befindlichen Ladesäulen für E-Fahrzeuge, die unter anderem in Braunschweig und Wolfsburg betrieben werden, sind davon nicht betroffen und stehen somit auch weiterhin zur Verfügung. Es sei zukünftig beabsichtigt, dass die Ladesäulen vom Geschäftsbereich Real Estate weitergeführt werden, teilt Daniel Dormeyer, Pressesprecher der Volksbank, auf Nachfrage von regionalHeute.de mit.

"Grüne Energie"-Bereiche werden Geschäftsbetrieb geordnet beenden


Im Zuge der jetzt beschlossenen Umstrukturierung werden fünf Gesellschaften, die zum Bereich "Grüne Energie" gehörten, ihren Geschäftsbetrieb geordnet beenden. Von dieser strategischen Entscheidung seien grundsätzlich alle Mitarbeiter betroffen. Die Volksbank BRAWO werde die Mitarbeiter im Rahmen der gesetzlichen, tariflichen und vertraglichen Vereinbarungen während dieses Prozesses bestmöglich begleiten, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Die Green-Energy-Sparte war unter anderem als Projektentwickler für großflächige Photovoltaikanlagen und Windparks tätig – sowie mit Beratertätigkeiten rund um dieses Geschäftsfeld.

Dieses sei durch "lange Projektlaufzeiten und ein deutlich eingetrübtes Marktumfeld bei den erneuerbaren Energien mit zudem zunehmenden Finanzierungserfordernissen" gekennzeichnet, erklärt Heiner Arnoldi, Vorstandsmitglied der Volksbank BRAWO. Diese Umstände würden daher keine Fortführung rechtfertigen. Das habe den Vorstand der Volksbank BRAWO zu diesen umfassenden Maßnahmen gezwungenn.

Arnoldi erklärt zudem: „Diese Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Nach sorgfältiger Prüfung der wirtschaftlichen Perspektiven ist eine Fortführung jedoch nicht verantwortbar. Eine Übergabe der Gesellschaften an einen oder mehrere Marktteilnehmer kam leider nicht zustande. Besonders schmerzlich ist, dass engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Folgen der nicht erreichten Ziele des Green Energy-Bereiches nun direkt betroffen sind. “

Hohe Investitionen, wenig Planungssicherheit


Auch andere Unternehmen, die frühzeitig in die Energiewende investiert haben, würden aktuell vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, nicht nur BRAWO Green Energy, führt Arnoldi weiter aus. Der Transformationsprozess hin zu regenerativen Energiequellen erfordere demnach einen hohen und langfristigen Kapitalbedarf, während zugleich steigende Finanzierungskosten, komplexe regulatorische Vorgaben und sich verändernde gesetzliche Rahmenbedingungen die Planungssicherheit erschweren. Zudem kommen langwierige Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren sowie die Frage, unter welchen Marktbedingungen sich die getätigten Investitionen dauerhaft wirtschaftlich refinanzieren lassen. „Damit steht auch Green Energy vor den Folgen des Spannungsfelds zwischen hohen Investitionserfordernissen und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Geschäfts ist unter den aktuellen Gegebenheiten für uns nicht mehr möglich“, erläutert Arnoldi.

Volksbank konzentriert sich auf Kerngeschäft


Die Volksbank BRAWO hatte in den vergangenen Jahren eine Unternehmensgruppe aufgebaut, die sich wirtschaftlich nicht wie erhofft entwickelte, weshalb sie auf die Unterstützung der BVR-Sicherungseinrichtung zurückgreifen musste, um eine grundlegende Neustrukturierung zu vollziehen. Ziel ist es, die Komplexität innerhalb der Organisation zu reduzieren, Strukturen zu verschlanken und die Ressourcen auf die Kernkompetenz, nämlich das Bankgeschäft, zu konzentrieren. Von der geordneten Beendigung sind bis zum Jahresende 2026 folgende Gesellschaften betroffen: BRAWO GE Management GmbH, BRAWO GE Development Celle GmbH, BRAWO GE Development Braunschweig GmbH, BRAWO GE Solution GmbH und BRAWO GE Consulting GmbH.

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