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Und es gibt sie doch: Vernünftige Bürger in der Corona-Krise



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Und es gibt sie doch: Vernünftige Bürger in der Corona-Krise

Ein Kommentar unseres Redaktionsleiters.

Ein Kommentar von Werner Heise

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Marvin König

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Was wurde - und das mit Recht - in den letzten Tagen, von verschiedenster Seite, über die "unvernünftigen Bürger" geschimpft. Da geht es fast schon unter, dass es eben auch diejenigen unter uns gibt, die sich an Empfehlungen und Auflagen halten und dazu beitragen, dass sich das Coronavirus nicht so schnell verbreitet.



Da gibt es Menschen, die ihre lang geplanten Treffen mit Freunden absagen. Eine Generation, die plötzlich lernwillig ist, sich mit so etwas wie WhatsApp oder Skype zu beschäftigen, um in Kontakt zu bleiben und eben nicht das Haus dafür verlassen zu müssen. Leute, die ganz bewusst darauf verzichten, in diesen Zeiten unnötige Wege zu gehen und ihren Lebensstil minimieren. Und jene kleine Familie, die so wie heute Morgen in unserer Straße geschehen, dem Großvater ein "Happy Birthday" von der Straße zum Balkon hoch singt, Distanz hält und nicht weiß, wann man die Großeltern das nächste Mal wieder umarmen kann.

All das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn einem die geschätzte Freiheit genommen wird und man von heute auf morgen gezwungen ist, eine andere Art von Leben zu führen. Und so kann man nur hoffen, dass ein jeder sich an diesen vernünftigen Bürgern schnellstens ein Beispiel nimmt und sich nicht für schlauer und überlegener als die Wissenschaft hält.


Bei den Uneinsichtigen müssen die Verantwortlichen schnelles und konsequentes Handeln zeigen. Umgekehrt muss dieses konsequente Handeln aber auch von Bund, Ländern, Landkreisen und kreisfreien Städten vorgelebt werden. Es kann und darf nicht sein, dass jeder seine eigenen Variationen von Regeln aufstellt und die Gefahr somit unterschiedlich priorisiert. Ebenso kann und darf es nicht sein, dass man von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten spricht, am Ende aber nur strikt jene auf das Virus testet, die in einem "Risikogebiet" waren oder direkten Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten.

Das ist inkonsequentes Handeln und den Bürgern nicht plausibel zu vermitteln.


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