Unnötig! Warum muss Lukanic unter Korruptionsverdacht stehen?

War es eine emotionale Kurzschlusshandlung oder verfolgt man gar eine tiefere Strategie? Warum reagieren Lukanic und Stadtverwaltung scheinbar schlecht beraten? Die Gerüchte wären vermutlich nie ans Tageslicht gekommen, denn sie scheinen haltlos zu sein.

Ein Kommentar von Werner Heise

Für seine Bürgermeisterkandidatur erhielt Lukanic zahlreiche Unterstützungsunterschriften aus der Bevölkerung. Im Stadtgespräch gibt es jetzt Gerüchte über einen ganz besonderen Unterstützer.
Für seine Bürgermeisterkandidatur erhielt Lukanic zahlreiche Unterstützungsunterschriften aus der Bevölkerung. Im Stadtgespräch gibt es jetzt Gerüchte über einen ganz besonderen Unterstützer. Foto: Werner Heise

Wolfenbüttel. Für den Bürgermeisterkandidaten und Wolfenbüttels Stadtbaurat Ivica Lukanic geht es in der Öffentlichkeit jetzt um Korruptionsvorwürfe. So hart titelt es am heutigen Donnerstag die Wolfenbütteler Zeitung. Die Stadt Wolfenbüttel hatte am gestrigen Mittwochmorgen eine Pressemitteilung versandt, in der sie das Thema öffentlich macht und sich gegen entsprechende "Behauptungen" und "Mauschelei" in der Stadtverwaltung stellt. Sowohl Lukanic, als auch Bürgermeister Thomas Pink kündigten an, eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Auslöser war, so schreibt es die Stadt Wolfenbüttel, eine Anfrage unserer Online-Zeitung an den Bürgermeisterkandidaten Ivica Lukanic.


Doch ganz ehrlich, das Vorgehen seitens Kandidat und Stadt ist so unglaublich, dass sich einem zwangsläufig die Frage stellen muss, warum man so dünnhäutig und unüberlegt handelt. War es stümperhaft und eine emotionale Kurzschlusshandlung, wird der Kandidat hier absichtlich den Hunden zum Fraß vorgeworfen oder ist es der getroffene Hund, der bellt? Welche Strategie verfolgt man? Man weiß es nicht!

Unsere Presseanfrage, die im Übrigen keine Fragen zu etwaigen Grundstücksangelegenheiten beinhaltete, wurde von Ivica Lukanic laut eigener Aussage bereits seit der Vorwoche erwartet. Man sollte sich offenbar gut mit ihm stellen, denn vielleicht kennt er auch schon die nächsten Lottozahlen. Es stellt sich dann aber auch die Frage, warum er und die Stadtverwaltung erst nach unserer Anfrage aktiv wurden, wenn man doch bereits im Vorfeld davon Kenntnis hatte, dass Gerüchte verbreitet werden.

Dass Bürgermeisterkandidat Ivica Lukanic eine Großspende erhalten und hierfür vorteilhafte Handlungen zugunsten Dritter unterstützt haben soll, war und ist durch nichts belegbar. In Deutschland gilt ausnahmslos für jeden Bürger die Unschuldsvermutung! So auch für Lukanic.

Aber es gibt da diese Gerüchte, so wie es eben viele Gerüchte in der Welt gibt. Viele, vermutlich die meisten davon, entbehren jeglicher Grundlage. So allem Anschein nach auch dieses. Doch es muss erlaubt sein, allen auf den Grund zu gehen, andernfalls würden Korruption und Lüge nur sehr selten ans Tageslicht kommen. Es ist die Aufgabe der Presse zu recherchieren und nachzufragen, das haben wir getan, und zwar so wie es sich gehört: beim Betroffenen selbst. Nicht in der Öffentlichkeit, nicht bei seinem Arbeitgeber der Stadt Wolfenbüttel, sondern ganz allein bei ihm.

Die Antwort kennen wir nun. Doch sie wäre vermutlich nie mit der breiten Öffentlichkeit geteilt worden, wenn die Stadt Wolfenbüttel sich nicht mit einer Pressemitteilung und der Ankündigung einer Strafanzeige an diese gewandt hätte. Daher frage ich nochmal: Welche Strategie verfolgt man?


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