Berlin. Angesichts mutmaßlich verzockter Millionen an Beitragsgeldern hat der Verbraucherzentrale Bundesverband riskante Finanzgeschäfte der gesetzlichen Krankenkassen scharf verurteilt.
"Beitragsgelder dürfen nicht zur Spekulationsmasse werden", sagte der Leiter des Teams Gesundheit, Thomas Moormann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn die Verbraucher ab dem kommenden Jahr ihre Gürtel aufgrund erhöhter Zuzahlungen und Eigenleistungen sowie erhöhter Beiträge noch enger schnallen müssten, lösten solche Nachrichten bei ihnen zu Recht Empörung aus.
Der finanzielle Schaden für die Mitglieder der betroffenen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen sei immens. "Ebenso gravierend ist der Vertrauensverlust in die gesetzliche Krankenversicherung", sagte Moormann.
Der Gesundheitsexperte forderte eine lückenlose Aufklärung darüber, wie groß der Schaden wirklich sei und an welchen Stellen das System und die beteiligten Akteure versagt hätten. "Es stellen sich dabei auch die Fragen, welche persönliche Verantwortung das Management der öffentlich-rechtlichen Körperschaften trägt und wieso die Aufsichten die riskanten Investments nicht verhindert haben." Das Mindeste sei es jetzt, alles dafür zu tun, wenigstens einen Teil der verlorenen Gelder zurückzuholen. Für die Zukunft müssten Wiederholungen ausgeschlossen werden.
Für die Wahl der Krankenkasse sei neben einer unabhängigen Qualitätstransparenz auch relevant, "wie sorgsam die Krankenkassen mit den Beitragsgeldern umgehen", so Moormann. "Die Versicherten sollten ihre Krankenkassenwahl auch davon abhängig machen können, wie nachhaltig, sozial und ökologisch verträglich die Investitionen der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen sind."
Verbraucherschützer rügen "verzockte" Kassen-Millionen
Angesichts mutmaßlich verzockter Millionen an Beitragsgeldern hat der Verbraucherzentrale Bundesverband riskante Finanzgeschäfte der gesetzlichen Krankenkassen scharf verurteilt. "Beitragsgelder dürfen nicht zur Spekulationsmasse werden", sagte der Leiter des Teams Gesundheit, Thomas Moormann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Verbraucherzentrale-Bundesverband (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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