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Verdreckt und verängstigt: Kita-Kinder „mit den Nerven am Ende"



Salzgitter | Wolfenbüttel

Verdreckt und verängstigt: Kita-Kinder „mit den Nerven am Ende"

von Nick Wenkel


Ist die Baustelle nicht richtig abgesichert? Die Eltern hätten Angst, dass ihre Kinder in Gefahr schweben. Symbolfoto: Pixabay/Nick Wenkel
Ist die Baustelle nicht richtig abgesichert? Die Eltern hätten Angst, dass ihre Kinder in Gefahr schweben. Symbolfoto: Pixabay/Nick Wenkel

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Haverlah. Schmutz, Lärm und Angst sollen aktuell das Alltagsbild der Kita „Rappelkiste" in Haverlah prägen. Die Baumaßnahmen am Gitterweg sind in vollem Gang. Das Ziel: Die Erweiterung der Tagesstätte. Doch ehe die Kinder dann so richtig vom Umbau profitieren können, scheinen sie derzeit eher darunter zu leiden.



„Die Kinder und Eltern sind mit den Nerven völlig am Ende", schildert Jochen-Konrad Fromme, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Haverlah, im Gespräch mit regionalHeute.de. In der Kita „Rappelkiste" herrsche derzeit völliges Chaos. Der Grund: Die aktuellen Baumaßnahmen zur Erweiterung der Kindertagesstätte. Und die würden den Betrieb ganz massiv beeinflussen, sehr zum Nachteil der kleinen Kinder. „Ihnen fehlt die Rückzugsmöglichkeit. Die Krippenkinder können aufgrund des Lärms nicht mehr schlafen und sie haben Angst vor den fremden Bauarbeitern. Die Kinder kommenvöllig verdreckt nach Hause", so Fromme.

Baustelle nicht richtig abgesichert?


Aber nicht nur bei den Kindern herrsche Angst, sondern eben auch bei Mama und Papa. Vor allem die laut CDU „nicht ordnungsgemäß abgesicherte Baustelle" mache den Eltern extreme Sorgen. Zu groß sei die Angst, dass ihre Kinder in Gefahr schweben. Kürzlich sei es beinahe dazu gekommen, dass ein Kind unbemerkt in den Gefahrenbereich gelangen konnte, schildert die CDU.Eine Situation, die so nicht mehr zu tolerieren sei. Daher kündigte Fromme bereits an, im heutigen Verwaltungsausschuss einen entsprechenden Antrag einbringen zu wollen. „Die kritischen Zuständemüssen besprochenwerden. Mit der Entscheidung, dass wir die Kita ausbauen wollen, haben wir die Verantwortung übernommen", nimmt Fromme seine Ratsmitglieder in die Pflicht. Eine Pflicht, die derzeit von den Kita-Mitarbeitern ausgebadet werde.

„In der Kita herrscht völliges Chaos"


„Wir waren von Anfang an gegen den Umbau", erinnert sich der CDU-Politiker zurück. Hintergrund: Nachdem die Samtgemeinde Baddeckenstedt im vergangenen Jahr bekannt gab, mehr Krippenplätze für Haverlah zur Verfügung stellen zu wollen, habe sich der Rat für einen Umbau der Wohnung in der oberen Etage, die sich direkt über die Kita befindet, ausgesprochen. Eine Entscheidung, die Jochen-Konrad Fromme bis heute nicht nachvollziehen könne. Fromme: „Wir wollten einen Anbau, der dann mit dem Altbau hätte verbunden werden können. So wäre der Betrieb in der Kita nicht beeinflusst worden". Doch der Rat entschied sich anders. Das jetzige Ergebnis sei ernüchternd: Eine Frau habe ihre Wohnung verloren, in der Kita herrsche völliges Chaos und Eltern hätten sogar überlegt, ihre Kinder aus der Tagesstätte zu nehmen. Auch die Mitarbeiter seien mittlerweile von dem Umbau nicht mehr überzeugt, so Fromme. „Die Kita-Mitarbeiter waren eigentlich gegen einen Anbau. Mittlerweile haben sie aber eingesehen, dass ein Neubau die bessere Variante gewesen wäre", betont der CDU-Politiker.

Wie geht es weiter?


Wie es für die Kinder in Haverlah nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Bauarbeiten seien noch längst nicht abgeschlossen. Doch es soll schnell eine Lösung her. Eine Lösung, von der zwar letztlich alle profitieren sollen, in erster Linie aber eine, bei der die Kinder nicht beeinträchtigt werden.

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