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"Verleumdung" - Bürgermeister Pink stellt Strafantrag gegen AfD-Politiker



Wolfenbüttel

"Verleumdung" - Bürgermeister Pink stellt Strafantrag gegen AfD-Politiker

In einem Interview mit der Wolfenbütteler Zeitung erklärte der AfD-Politiker Manfred Wolfrum, dass Bürgermeister Pink nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft Okeraue erleichtert gewesen sei. Das will Pink nicht auf sich sitzen lassen.

von Marvin König


Bürgermeister Thomas Pink.
Bürgermeister Thomas Pink. Foto: Marvin König

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Wolfenbüttel. Bürgermeister Thomas Pink hat Strafantrag wegen Verleumdung gegen den Wolfenbütteler AfD-Politiker Manfred Wolfrum gestellt. Hierüber informiert die Stadt Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung. Hintergrund sei ein Interview mit der Wolfenbütteler Zeitung (WZ), in dem Wolfrum Bürgermeister Thomas Pink unterstellte, dass dieser nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft Okeraue "erleichtert" gewesen sei. Das Interview erschien bereits am 14. Juni in der WZ.



„Die gegenüber der Zeitung gemachten Aussagen und Anschuldigungen sind herabwürdigend, ehrverletzend und wurden auch wider besseres Wissen gemacht“, erklärt Pink, „Ich habe zu keiner Zeit solche Aussagen getätigt oder durch sonstiges Verhalten eine solche Einstellung zu dem Brand durchblicken lassen.“ Seine Haltung zur Aufnahme, Unterbringung und Integration von Geflüchteten dürfte durch zahlreiche Aktionen und Äußerungen sowie seinem grundsätzlichen Engagement in den vergangenen Jahren belegt und eindeutig sein. „Jeglichem Rassismus, Radikalismus und Fremdenfeindlichkeit, allgemein und insbesondere durch die AfD, trete ich seit Jahren mit Nachdruck entgegen“, betont Thomas Pink.

Kein Bedauern seitens der Stadt?


Der WZ sagte Wolfrum, dass er sich nicht erinnern könnte, dass es im Bereich des Stadtrates im Zusammenhang mit dem Brandereignis im Jahr 2020 zu "bedauernden Äußerungen bezüglich der durch den Brandanschlag verletzten und obdachlos gewordenen Migranten" gekommen sei. Der AfD-Kreistags- und Ratspolitiker hätte nach mehrfachen Anfragen vielmehr das Empfinden gehabt, dass "die Äußerungen dazu, insbesondere des Bürgermeisters, nur in eine Richtung gingen: Es war für mich eine gewisse Erleichterung zu spüren, dass alle Probleme mit diesem Heim beendet waren." Insbesondere hätte die Zahlung des Sachschadens durch die Versicherung im Vordergrund gestanden.


Hintergrund des Interviews war eine Sondersitzung des Sozialausschusses des Landkreises Wolfenbüttel, in dem das Gremium über den Umgang mit einer Aussage Wolfrums aus dem Mai dieses Jahres debattierte. Dieser erklärte in einem wörtlichen Beitrag, dass das Flüchtlingsheim ja nun "zum Glück" abgebrannt sei. Wolfrum entschuldigte sich während der Sitzung für diese "semantische Fehlleistung" (regionalHeute.de berichtete).


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