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Verrottet der Weizen am Södeweg?

von Anke Donner


Die AfD im Rat der Stadt kritisiert, dass am Södeweg der Weizen verrottet und fordert eine Erklärung von der Stadt. Symbolfoto: Archiv
Die AfD im Rat der Stadt kritisiert, dass am Södeweg der Weizen verrottet und fordert eine Erklärung von der Stadt. Symbolfoto: Archiv

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30.07.2017

Wolfenbüttel. Das geplante Baugebiet Am Södeweg sorgte in der Vergangenheit für so manche Diskussion. Tier- und Naturschutz würden nicht berücksichtigt, wandten die Grünen im Rat der Stadt ein. Nun gibt es auch Kritik von der AfD - den Weizen ließe man dort einfach verrotten, teilte die Fraktion mit und fordert eine Erklärung von der Stadt.



Klaus-Dieter Heid, Fraktionsvorsitzender der AfD im Rat der Stadt und Mitglied des Kreistags teilte in einer Presseerklärung mit:
Fairtrade propagieren – und 47 Hektar Weizenfeld brach liegen lassen?

Baugebiet Södeweg: Offenbar wurde dort der Weizen ordentlich bestellt, bis er – aus unerfindlichen Gründen – eines Tages sich selbst überlassen wurde! Inzwischen sind diese 47 HektarWeizenfeld von Disteln und anderem Unkraut bewachsen und vollkommen unbrauchbar geworden.

Eigentümer des Feldes ist die Stadt Wolfenbüttel. Geht man von einer Ernte von zirkaneunTonnen pro Hektar auf diesem Acker aus, so werden dort etwa370 TonnenWeizen seinem Schicksal überlassen und nicht abgeerntet. Zirka 15 große LKW-Ladungen Weizen sind verrottet und nunmehr unbrauchbar geworden! Wieso konnte der Pächter das Feld nicht ernten? Darf man sich, angesichts der Notsituation vieler Menschen, eine derartige Verschwendung leisten?

Der Kreisverband der AfD und die AfD-Fraktion im Rat der Stadt fordern, dass diese Verschwendung umgehend aufgeklärt wird und mitgeteilt wird, wieso ein Wert von zirka 70.000 Euro der Verrottung überlassen wurde. Eine entsprechende Anfrage wird die AfD-Fraktion im Rat der Stadt stellen. Wer Fairtrade propagiert, sollte auch fair mit der Natur umgehen!

Stadt empfiehlt Gespräch mit Landwirten



regionalHeute.de bat Bürgermeister Thomas Pink um eine Stellungnahme zu den Behauptungen der AfD. Daraufhin erklärte die Pressestelle der Stadt:

"Mit dieser Anfrage, die bisher offensichtlich nur bei Medien, allerdings nicht bei der Stadt eingegangen ist, versucht die AfD wohl offensichtlich ihren Wahlkampfacker zu bestellen. Allerdings wird sie mit dem Säen von Fake-News wie diesen, wohl eher Kopfschütteln, denn Wählerstimmen ernten. Fair sind die in den Raum gestellten Behauptungen allerdings auch nicht.

Natürlich sollte zunächst auch die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Wolfenbüttel wissen, dass es ein Baugebiet Södeweg derzeit gar nicht gibt, sondern gerade erst entwickelt wird. Hat die Stadt am Ende etwa aus Sorge um die Erinnerungsfähigkeit der AfD-Fraktion ein 47 Hektar großes Weizenfeld vernichten lassen?

Auch dem ist nicht so. Zum einen besitzt die Stadt kein Feld dieser Größe im besagten Bereich. Zum anderen wird an dieser Stelle auch kein Feld dieser Größe der Verrottung überlassen. Auch hat die Stadt hier niemandem untersagt etwas zu ernten.

Folgende Fakten: Im Rahmen der Baugebietsplanungen für den Södeweg wurden Pachtverträge über 12,5 Hektar, die im Eigentum der Stadt sind und verpachtet waren, bereits Ende März 2016 zum 30.September 2016 gekündigt. Mit Ablauf des Pachtverhältnisses wurden die Flächen auch nicht mehr bewirtschaftet. Dies geschah, da im Rahmen der Planung zum Beispiel Voruntersuchungen wie Bodensondierungen auf dem Areal nötig sind und die Stadt eben nicht durch frühzeitiges Abernten Lebensmittel vernichten wollte. Alle weiteren dortigen Ackerflächen können weiterhin bestellt oder abgeerntet werden. Dies geschieht allerdings nicht in der Verantwortung der Stadt, sondern durch die dort tätigen Landwirte. Ob diese, wie von der AfD geschildert, Weizen seinem Schicksal überlassen, sollte die Ratsfraktion im bilateralen Gespräch mit den jeweiligen Landwirten klären. Vielleicht gibt es ja Gründe, die seitens der Agronomen vorgetragen werden, die die AfD-Mitglieder bisher nicht kannten. Die Stadt Wolfenbüttel jedenfalls kann hier nichts vorschreiben. Vor einer vermeintlich reißerischen Anfrage in den Medien hätte eine Anfrage in der Verwaltung jedenfalls schnell zu Erkenntnissen geführt. Eine Stellungnahme zu Falschbehauptungen einer Ratsfraktion gibt der Bürgermeister natürlich nicht ab."


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