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Verwaltung hält nichts von dem Ziel, Fairtrade-Stadt zu werden

von Nino Milizia


Nach Auffassung der Verwaltung sollte es beim Fairtrade-Kaffee bleiben. Symbolfoto: pixabay
Nach Auffassung der Verwaltung sollte es beim Fairtrade-Kaffee bleiben. Symbolfoto: pixabay Foto: pixabay (public domain)

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13.02.2017

Peine. Die CDU-Fraktion hatte den Titel Fairtrade-Stadt angestrebt und in einem Antrag die verschiedenen Kriterien und deren Umsetzung aufgelistet. Die Verwaltung zeigte sich davon jedoch nicht beeindruckt und wird ihr Fazit im morgigen Sozialausschuss präsentieren.



Im Antrag waren folgende Punkte aufgeschlüsselt:
Zu 1:
Es liegt ein Beschluss vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Büro des Bürgermeisters Fair Trade Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel (z.B. Zucker) verwendet wird. Es muss die Entscheidung getroffen werden, als Stadt den Titel „Fairtrade Stadt“ anzustreben.

Zu 2.
Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade -Stadt“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

Zu 3:
In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafes und Restaurants werden Fair Trade Produkte ausgeschenkt.


Zu 4.
In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fair Trade Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

Zu 5:
Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zum Fairtrade-Kreis.

Allerdings scheint die Verwaltung eine andere Meinung zu Fairtrade-Produkten zu haben. Diese seien weder durchweg positiv noch komplett negativ zu beurteilen. So heißt es in ihrem Fazit: "Fortschritte bezüglich der Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbauern sind teilweise durchaus gegeben, wenngleich viele Produzenten noch immer über eine untragbare Situation klagen. Viele Verkäufer profitieren mehr als vorgesehen von dem Konzept und die Einnahmen kommen nicht immer dort an, wo sie benötigt werden. Es gibt zu viele Siegel (fast 30), es fehlt ein einheitliches, staatlich kontrolliertes Zeichen. Das System vernachlässigt die Produktionssteigerung, da es sich nicht an die verarbeitende Industrie richtet, die in größerem Maße Arbeitsplätze schaffen würde."

Personelle wie auch finanzielle Mittel seien zusätzlich erforderlich, was mit dem Haushalt nicht zu vereinbaren wäre. Der mögliche Imagegewinn würde dies nicht aufwiegen. Es solle daher bei der derzeitgen Regelung, dass die Stadt Peine für ihre Veranstaltungen Fair Trade Kaffee beschafft, bleiben.


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