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Viele Verstöße: Große Motorradkontrolle im Harz

von Alexander Panknin


Die Beamten kontrollierten die Motorräder auch auf bauliche Veränderungen. Foto: Polizei Goslar
Die Beamten kontrollierten die Motorräder auch auf bauliche Veränderungen. Foto: Polizei Goslar

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29.05.2017

Goslar. Das schöne Wetter lockte wieder viele Motorradfahrer in den Harz. Unter dem seit Jahren bestehenden Motto "Sicher durch den Harz", führte die Polizeiinspektion Goslar am Sonntag wieder eine große Motorradkontrolle durch.


Sommerlich warmes Wetter und sehr hohes touristisches Verkehrsaufkommen: das beschrieb die Situation auf den Straßen im Landkreis Goslar am verlängerten Wochenende. Probleme erwuchsen, laut Polizei, wieder häufig aus dem Aufeinandertreffen der verschiedenen Gruppen von Verkehrsteilnehmer. So waren viele Fahrradgruppen, die sich zum Teil, gemessen an den motorisierten Verkehrsteilnehmern, langsam die Berge hinauf bewegten, eine hohe Anzahl an Tagestouristen und in Einzelfällen auch sehr schnell fahrende Motorradfahrer, auf den Strecken im Harz unterwegs. Durch die Goslarer Polizei mussten viele Konflikte, die meist auch in Verkehrsunfällen mit tragischen Folgen endeten, aufgenommen werden (regionalHeute.de berichtete).

Große Kontrolle


Auf der B 498, zwischen Dammhaus und Altenau und auf der B 4 in Höhe Königskrug, wurden technische Kontrollen von Motorrädern durchgeführt. An drei weiteren, sehr unfallträchtigen Stellen, waren Geschwindigkeitsmesswagen im Einsatz.

Unterstützt wurde die Kontrolle durch einen Beamten der Autobahnpolizei Braunschweig, den Landkreis Goslar und einen Mitarbeiter des TÜV-Nord. Im Rahmen der Kontrolle kam es nahezu ausnahmslos zu guten, wenn auch zum Teil sehr ermahnenden Gesprächen zwischen dem Kontrollpersonal und den Verkehrsteilnehmern.

Ausführlich wurden die Gründe und die Notwendigkeit der Verkehrsüberwachung und die aktuelle Verkehrsunfalllage dargelegt. In diesem Zusammenhang wurde der diesjährige Flyer der oben genannten Aktion "Sicher durch den Harz" verteilt.


Die Polizei führte viele Gespräche. Foto:


Viele Verstöße


Die Ergebnisse der Kontrollen waren indes ernüchternd, berichtete die Polizei. So waren insgesamt 169 Fahrerzu schnell unterwegs. Mehr als zwei Drittel der auffälligen Fahrerwaren Motorradfahrer. In 29 Fällen war die Geschwindigkeit so hoch, dass auf die Betroffenen neben empfindlichen Bußgeldern auch mindestens einmonatige Fahrverbote zukommen werden.

Besonders auffällig war ein Motorradfahrer aus dem Landkreis Nordhausen auf der B 4 im Bereich des Kesselberges unterwegs. Dieser Streckenabschnitt ist seit Jahren ein Unfallbrennpunkt und es wurden in der Vergangenheit bereits viele Maßnahmen durchgeführt, um die Gefährlichkeit dieser Strecke zu entschärfen. Durchgezogene Linien wurden auf die Fahrbahn gebracht, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h für motorisierte Zweiräder eingerichtet und an den gefährlichsten Kurven wurde ein Unterfahrschutz installiert.

Mehr als doppelt so schnell


Insbesondere die Geschwindigkeitsbegrenzung interessierte den jungen Mann überhaupt nicht. Er fuhr einmal mit gemessenen 180 km/h durch die Messstelle und bei der Rückfahrt wurde bei ihm nochmal ein Wert von 177 km/h festgestellt. Diese Geschwindigkeitsüberschreitungen werden nicht ohne Konsequenzen bleiben, teilte die Polizei mit.

Da sich die gefahrenen Überschreitungen jenseits der im Bußgeldkatalog aufgeführten Bereiche befindet, wird der Landkreis Goslar die Höhe des Bußgeldes dem Grad der Verfehlung anpassenund demnach über 750 EUR liegen. Darüber hinaus wird ein dreimonatiges Fahrverbot ausgesprochen werden und zwei Punkte werden in die Verkehrssünderdatei in Flensburg aufgenommen.

In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, ob der Motorradfahrer überhaupt geeignet ist, am öffentlichen Verkehr teilzunehmen.

Modifikationen


Bei den technischen Kontrollen wurden acht Bauartveränderungen, 15 Veränderungen an Kennzeichen und vier sonstige Verstöße festgestellt. Hier wurden auch im Einzelfall Verwarngelder erhoben oder Bußgeldverfahren eingeleitet. In einem Fall stellten die kontrollierenden Beamten fest, dass bei einer Harley Davidson ein Motor verbaut war, der für den benutzen Rahmen nicht ausgegeben war. Der Fahrer gab vor, dass im Zuge eines Verkehrsunfalles der Motor hatte getauscht werden müssen. In diesem Fall wird es noch Nachermittlungen geben. Laut Polizei ist nicht auszuschließen, dass hier noch Strafverfahren gegen den Motorradfahrer eingeleitet werden müssen.


Foto:


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