Sie sind hier: Region >

Vize-Kanzler Gabriel im Bürgergespräch mit den Goslarern



Goslar

Vize-Kanzler Gabriel im Bürgergespräch mit den Goslarern

von Anke Donner


Vize-Kanzler Sigmar Gabriel kehrte am Freitagabend zu einem Bürgergespräch in die Butterhanne. Fotos: Anke Donner
Vize-Kanzler Sigmar Gabriel kehrte am Freitagabend zu einem Bürgergespräch in die Butterhanne. Fotos: Anke Donner Foto: Anke Donner

Artikel teilen per:




Goslar. Zum Bürgergespräch hatten am Freitagabend Vize-Kanzler Siegmar Gabriel und der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Goslar, Jens Kloppenburg, in die Butterhanne eingeladen. Und der Saal war mehr als gut gefüllt.

Mit solch einem Andrang hatten selbst Gabriel und Kloppenburg nicht gerechnet, wie der SPD-Bundesvorsitzende eingangs erklärt. Eigentlich hatte er gedacht, man macht ein Bürgergespräch mit 20 Leuten. „Dass die Hütte so voll ist“, erstaunte ihn dann selbst. Aber er sei gerne zu diesem Gespräch bereit, weil es wichtig sei, dass man den Menschen zu hört und mit ihnen redet - auch wenn keine Wahlen sind. Doch bevor er sich den Fragen und Kritiken der Bürger stellte, berichtete er aus der Bundespolitik. Hier war die Flüchtlingsproblematik zentrales Thema, die Deutschland und Europa vor großen Herausforderungen stellt. So stellte er ganz deutlich dar, dass nur eine gemeinsamer Plan aller EU-Staaten dazu beitragen könne, die Flüchtlingsströme zu kontrollieren und die Menschen aufzunehmen. Es könne nicht sein, dass nur Deutschland und einige wenige andere Länder sich der Aufgabe stellen. Von 28 EU-Staaten nehmen 23 keine Flüchtlinge auf. Hier müsse unbedingt gehandelt und eine internationale Vereinbarung Europas her. Eine Kontingent-Lösung für alle Länder sei hier der richtige Weg.


<a href= Sigmar Gabriel berichtete eingangs aus der Bundespolitik.">
Sigmar Gabriel berichtete eingangs aus der Bundespolitik. Foto: Anke Donner


Nicht die Menschen in Deutschland vergessen


Doch über all dem Flüchtlingsthema dürfe man auf keinen Fall die Menschen in Deutschland vergessen. Auch hier müsse die Politik gemeinsam handeln und in Bildung, Sprache und Integration investieren. Beispielsweise in Schulen und Kindergärten. Auch die Städte und Gemeinden müssen mehr Unterstützung finden. Ein ganz gefährlicher Satz, der ihm immer wieder begegne sei: „Für die Flüchtlinge wird alles getan, aber nicht für die Deutschen“. „Wir dürfen die Menschen, die hier arbeiten und leben nicht vergessen. Wir brauchen Solidaritäts-Projekte für unser eigenes Land“, so Gabriel abschließend. Dann wurde das Mikro durch die Reihen der Gäste gereicht. „Ich nehme auch gerne Beschimpfungen entgegen“, ermutigte Gabriel die rund 100 Gäste, die sich auch nicht lange bitten ließen.


zur Startseite