Braunschweig/Wolfenbüttel. Von April bis November heißt es wieder, seinen Körper genau zu untersuchen - dann treiben nämlich die Zecken in den deutschen Grünflächen wieder ihr Unwesen. regionalHeute.de sprach mit TU-Expertin Dania Richter, worauf besonders geachtet werden muss.
Wie bei anderen Tierarten muss man bei der Zecke auch zwischen verschiedenen Gattungen unterscheiden. Eine Gefahr bestehe dabei lediglich bei dem Gemeinen Holzbock. Dieser könne die Erreger der Lyme-Borreliose übertragen. Wie Dania Richter erklärt, sei aber längst nicht jede Zecke infiziert. Die Infektionsraten schwanken sehr stark, je nach dem welche Tiere den Zecken als Blutquelle zur Verfügung stehen. Manche Wirte, wie Nagetiere und bestimmte Vögel unterstützen den Erreger und erhöhen so die Infektionsrate lokal. Andere, wie beispielsweise Wiederkäuer, senken die Infektionsrate. Und selbst wenn eine infizierte Zecke ihre Blutmahlzeit am Menschen beginne, so brauche es etwa einen Tag, bis die Erreger der Lyme-Borreliose übertragen werden.
Zweiwöchige Blutmahlzeit
Zecken werden häufig nicht sofort entdeckt, sondern erst zu Hause - manchmal sogar Tage später. Doch wie lange könnte die Zecke dort schon sitzen? Die TU-Expertin erklärt, dass der Gemeine Holzbock auf dem Körper seines Wirtstiers nach einer geeigneten Bissstelle sucht, um dort möglichst ungestört und unentdeckt seine bis zu 14-tägige Blutmahlzeit einnehmen zu können. Mit seinem Speichel betäube er dazu die Bissstelle, reduziere Entzündungsreaktionen und vermindere die Gerinnung.
Körperregelmäßig untersuchen
Gefahr für die Haustiere?
Auch auf die Haustiere sollten Sie aufpassen, denn an Hunden und Katzen laben sich ebenfalls Zecken. Einige Hunde scheinen sogar an der Lyme-Borreliose zu erkranken. Katzen hingegen putzen sich gerne noch saugende Zecken ab, die im Haus ihrer Besitzer anschliessend immer noch hungrig auf die Suche nach einem weiteren Wirt auf den Mensch treffen könnten. Beide Tierarten lassen sich mit geeigneten Anti-Zecken-Präparaten behandeln, die Zecken nicht nur abwehren, sondern sie auch abtöten.
Eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose gebe es jedoch nicht. Dania Richter erklärt, dass eine diagnostizierte Lyme-Borreliose mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt wird. Gegen die Viren, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, die in den Zecken Niedersachsens nicht vorkommen, kann man sich jedoch impfen lassen.