VW wird erster Abnehmer von Salzgitters grünem Stahl

Volkswagen und die Salzgitter AG haben in einer gemeinsamen Erklärung die Lieferung grünen Stahl an den Autoriesen vereinbart. Damit ist VW der erste große Abnehmer für das Projekt SALCOS.

von Niklas Eppert


Volkswagen und die Salzgitter AG haben eine weitgehende Kooperation vereinbart.
Volkswagen und die Salzgitter AG haben eine weitgehende Kooperation vereinbart. Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Salzgitter/Wolfsburg. Wie die Salzgitter AG in einer Pressemitteilung bekannt gibt, haben VW und der Stahlkonzern eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der VW erklärt, erster Abnehmer CO₂-armen Stahls aus Niedersachsen zu werden. Der soll nach Plänen der Salzgitter AG ab 2025 bereit zur Auslieferung sein und 95 weniger CO₂ emittieren, als konventioneller Stahl. Ab 2026 wolle VW ihn dann verbauen, unter anderem in der neuen E-Auto-Marke Trinity.


Sowohl VW, als auch die Salzgitter AG haben sich das Ziel gesetzt bis 2050 CO₂-neutral zu produzieren. Volkswagen verfolge mit seiner Initiative goTOzero die Strategie, dort den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, wo er schwerpunktmäßig anfalle. Das sei besonders in der Stahlproduktion der Fall. Hier will die Salzgitter AG mit ihrem Projekt "SALCOS" ansetzen. Statt mit Kohle und Koks wird hier der Stahl mit Wasserstoff hergestellt, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Damit will der Konzern seinen CO₂-Ausstoß schon bis 2033 um 95 Prozent senken. Ab 2025 will die Salzgitter AG diesen Stahl dann in großen Mengen herstellen, ab 2026 will Volkswagen ihn abnehmen. Nur über die genauen Mengen sei man sich noch nicht einig.

Stahl- und Autowerk sollen Rohstoffkreislauf bilden


Zugleich kündigen die beiden Industrieriesen an, dass sie mit ihren Werken in Salzgitter einen gemeinsamen Rohstoffkreislauf bilden wollen. Demnach soll das integrierte Hüttenwerk Stahlreste aus der Produktion Volkswagen wieder zu neuen Stahlprodukten verarbeiten, die dann wiederum bei VW als neue Teile verwendet werden. Das soll nach Angaben der beiden Unternehmen auch auf weitere Standorte erweitert werden.

In der Politik jedenfalls wird das Projekt positiv gewertet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der mit dem Land als Anteileigner auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, hält die Kooperation für eine große Chance für den Standort Niedersachsen: "Das perfekte Beispiel für den Wandel in der niedersächsischen Industrie: VW wird zu einem der ersten Abnehmer für CO₂-armen Stahl aus Salzgitter. Zwei niedersächsische Traditionsunternehmen gemeinsam auf dem Weg zu Klimaneutralität!“



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