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Wann dürfen Studierende zurück in die Hörsäle?



Wann dürfen Studierende zurück in die Hörsäle?

Das Studierendenparlament der TU Braunschweig fordert eine eigene Impfstrategie für Studenten. Das Land baut eher auf die Impfzentren und Ärzte.

von Alexander Dontscheff


Füllen sich die Hörsäle bald wieder? Symbolbild.
Füllen sich die Hörsäle bald wieder? Symbolbild. Foto: pixabay

Region. Nicht nur für Schülerinnen und Schüler bedeutet die Corona-Pandemie einen erheblichen Einschnitt. Auch für Studierende findet seit März 2020 kaum mehr eine Veranstaltung in Präsenzform statt. Auch die sozialen Kontakte und das studentlsche Leben sind stark eingeschränkt. Daher stellt sich die Frage: Wann dürfen die Studenten zurück in die Hörsäle, Seminare und Labore? Das Studierendenparlament der TU Braunschweig fordert nun eine klare Perspektive zum Wintersemester 2021.



Die funktionierenden Online-Alternativen seien eine temporär annehmbare Übergangslösung gewesen, seien jedoch keine dauerhafte Alternative für ein Präsenzstudium, heißt es in einer Pressemitteilung des Studierendenparlaments. Viele wüssten gar nicht, wo sich Labore, Räume oder Büros der Lehrenden befänden, da sie noch nie wirklich am universitären Leben hätten teilnehmen können. Dieser Zustand sorge für Frust. Soziale Kompetenzen, welche während des Studiums erworben würden, sowie Kontakte, welche über die Studienzeit hinaus Auswirkungen auf den Werdegang der Studierenden hätten, könnten nicht geknüpft werden.

Werden Studenten vernachlässigt


Es falle immer schwerer, sich durch das Studium zu kämpfen, ohne die nötigen Öffnungsperspektiven seitens der Politik zu sehen. Die Studierenden kritisieren, dass man im Vergleich zu anderen Bereichen des öffentlichen Lebens vernachlässigt werde. In der Corona-Verordnung des Landes tauchten die Universitäten gar nicht auf. Tests für zwingend notwendige Labore oder Praktika würden nicht vom Land übernommen. Man befürchte auch ein deutschlandweites Ungleichgewicht bezüglich der Möglichkeiten der Durchführung des Studiums, da dieses in jedem Bundesland anders gehandhabt werde.



Um Studierenden in Niedersachsen ein schrittweises, universitäres Leben wieder zu ermöglichen, fordere man daher vom Land, ausreichend Impfstoff für Studenten und Mitglieder der Universitäten zur Verfügung zu stellen. So sollen bis zum Beginn des Wintersemesters 2021/22 alle impfwilligen Studierenden über einen vollständigen Impfschutz verfügen und auf diesem Wege ab dem Wintersemester die Universitäten wieder geöffnet werden. Hierzu werden Reihenimpfungen auf dem Campus selbst oder durch Gruppenimpfungen in den Impfzentren vorgeschlagen.


Die Landesregierung geht derweil davon aus, dass das Wintersemester 2021/22 an den niedersächsischen Hochschulen wieder überwiegend in Präsenzform stattfinden kann. Das erklärt eine Sprecherin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur auf Anfrage von regionalHeute.de. Dazu würden sich die Landesregierung, die Landeshochschulkonferenz und die Hochschulleitungen kontinuierlich abstimmen.

Studierende sollen sich an die Impfzentren und Hausärzte wenden


Mit der Aufhebung der Impfpriorisierung zum 7. Juni hätten auch die Studierenden, die nicht aufgrund von Vorerkrankungen oder ihrem beruflichen Einsatz – zum Beispiel in den medizinischen Ausbildungen – priorisiert gewesen seien, die Chance, ein Impfangebot wahrzunehmen. Daher habe Wissenschaftsminister Björn Thümler in der Kabinettspressekonferenz am 1. Juni alle Studierenden dazu aufgerufen, das Impfangebot anzunehmen und sich an die Impfzentren oder ihre Hausärzte zu wenden.


Ob der Start ins Wintersemester tatsächlich weitgehend in Präsenz erfolge, könne in Universitäten und Fachhochschulen unterschiedlich aussehen. "Die Fachhochschulen starten bekanntlich bereits im September ins neue Semester, während einzelne Universitäten bereits überlegen, analog zu 2020 den Vorlesungsbeginn auf die erste Novemberwoche zu verschieben", erklärt Inka Burow aus dem Wissenschaftsministerium.

Verfügbarkeit von Impfstoff wichtiger Faktor


Die Autonomie der Hochschulen bleibe unbenommen. Die Landesregierung unterstütze die Hochschulen indes in ihrem Bemühen, Präsenzangebote machen zu können. Ein wichtiger Einflussfaktor sei dabei die Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie die vorgeschriebene Wartezeit zwischen Erst- und Zweitimpfung. "Dabei ist zu erwarten, dass Erstsemester und Studierende in Studiengängen mit hohem Präsenzbedarf (Labore, Werkstätten, Übungsräume Musik) besonders zu betrachten sind", betont Burow abschließend.


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