Hildesheim. Aus aktuellem Anlass informiert das Landgericht Hildesheim in einer Pressemeldung, dass sich bereits mehrfach Unbekannte im Bezirk des Landgerichts, zu dem auch die Landkreise Peine und Gifhorn gehören, als Gerichtsvollzieher ausgegeben haben. Nach Angaben der Opfer wirken die Betrüger seriös und nutzen teils sogar die Namen echter Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher, unter anderem unter Angabe einer korrekten Telefonnummer des Amtsgerichts Hildesheim.
Diese Betrugsmaschen haben die falschen Gerichtsvollzieher in der Vergangenheit bereits angewendet: Die mutmaßlichen Betrüger nehmen Kontakt über den Messengerdienst WhatsApp auf. Hierfür werden teilweise Sprachnachrichten genutzt. In ihren Nachrichten kündigen diese an, am kommenden Tag Bargeld abzuholen.
Dubiose Angebote am Telefon
Die Täter rufen auf dem Telefon mit unterdrückter Nummer an. Sie machen dubiose Angebote von „Abwendungszahlungen“: Mit Zahlung einer kleineren Geldsumme könnten die Opfer eine Vollstreckung abwenden. Sie nutzen meist den Namen eines echten Gerichtsvollziehers oder einer Gerichtsvollzieherin, beziehen sich aber auf erfundene Vollstreckungsaufträge. Dazu fordern sie die Betroffenen zur Zahlung von Geld auf. Die Täter wirken am Telefon meist eloquent, erscheinen seriös und mit vermeintlichem Insiderwissen.
Hierzu ist festzustellen: Echte Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher fordern Schuldner niemals telefonisch oder gar per WhatsApp zur Zahlung auf und kündigen Vollstreckungsmaßnahmen auch nicht telefonisch an. Zudem verwenden sie nie verdeckte Telefonnummern, sondern lassen ihre Rufnummer erkennen und geben diese für Rückfragen auch bekannt.
Western Union Bank sollte stutzig machen
Schuldner werden durch echte Gerichtsvollzieher entweder für eine Vollstreckungsmaßnahme persönlich aufgesucht oder schriftlich per Post kontaktiert. Zahlungen werden immer von den Gerichtsvollziehern vereinnahmt und an die Gläubiger weitergeleitet. Überweisungen an Dritte, insbesondere über die Western Union Bank, werden von echten Gerichtsvollziehern niemals gefordert.
Sollte betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ein Anruf oder ein Schreiben, das von einem Gerichtsvollzieher ausgeht, dubios vorkommen, wird empfohlen, sich diesbezüglich bei der Polizei zu melden.

