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Was bedeutet Pfingsten: Landesbischof klärt auf


Landesbischof Dr. Christoph Meyns spricht über die Bedeutung von Pfingsten. Foto: Anke Donner
Landesbischof Dr. Christoph Meyns spricht über die Bedeutung von Pfingsten. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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15.05.2016


Region. Jedes Jahr wird es gefeiert, aber was verbirgt sich eigentlich hinter Pfingsten? Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Dr. Christoph Meyns erklärt im Nachfolgenden, was es mit dem Pfingstfest auf sich hat.

Bewegung der Begeisterten


Pfingsten ist ein ökumenisches Fest der Gemeinschaft und Ermutigung. Pfingsten ist für viele Menschen heute ein geheimnisvolles Fest geworden. Wer weiß noch, was der Name bedeutet? Er leitet sich von dem griechischen Wort „pentekosté“, der Fünfzigste, ab und verweist auf den zeitlichen Abstand zu Ostern: Pfingsten ist das Fest, das fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Es erinnert an ein Ereignis, von dem die Bibel im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte erzählt.

Die Jünger Jesu waren in einem Haus in Jerusalem. Da erfüllte sie ein Sturm der Begeisterung und sie wurden Feuer und Flamme für die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen. Wie weggeblasen waren plötzlich Angst und Zweifel, und sie konnten mutig und überzeugend predigen. Petrus brachte es auf den Punkt: Gott hat den gekreuzigten Jesus zum Leben auferweckt, damit alle, die an ihn glauben, ebenfalls neues Leben erhalten.

Die Menschen aber, die ihn hörten, waren verwundert. Denn obwohl sie unterschiedliche Herkunft und Sprachen hatten, verstand jeder seine Worte. Sie merkten: Hier redet jemand nicht aus sich selbst, sondern Jesus redet durch Petrus. Ja, mehr noch: Durch eine geheimnisvolle Kraft ist Jesus selbst gegenwärtig. Er ist wahrhaftig auferstanden.
Das ging den Zuhörern durchs Herz, wie die Bibel formuliert. Und sie fragten: Was sollen wir tun? Worauf Petrus die Christusbotschaft in einem Satz zusammenfasste: Kehrt um und lasst euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Gottesferne, so werdet ihr den Heiligen Geist empfangen.

Hier ist er, der Begriff, mit dem Pfingsten seit jenen Tagen in besonderer Weise verbunden ist: der Heilige Geist. Ein Begriff, der mindestens genauso geheimnisvoll ist wie das Wort Pfingsten – und der doch nur eine Erfahrung religiös deutet, die wir alle immer wieder machen. Die Erfahrung nämlich, von etwas oder jemandem zutiefst berührt oder bewegt zu sein: von einem Kuss, einer Berührung, einem Wort, einem Bild, einer Melodie, einer Erinnerung.

Der Heilige Geist ist kein Schreckgespenst, sondern jene geheimnisvolle Kraft, mit der Gott unser Herz berührt und bewegt. Damals, an jenem Tag in Jerusalem, waren es 3000 Menschen, die diese Erfahrung machten. Sie ließen sich taufen und markierten damit den Geburtstag der Kirche. Sie wurden zur Keimzelle einer Bewegung von Begeisterten für die Sache Jesu. Millionen und Abermillionen wurden es im Laufe der vergangenen 2000 Jahre. Deshalb ist Pfingsten auch so etwas wie der „Geburtstag“ der christlichen Kirche.

Auf diese Weise ist Pfingsten nicht zuletzt ein ökumenisches Fest der Gemeinschaft und der Ermutigung, auf Gottes Gegenwart zu vertrauen. Gerade auch in den Herausforderungen unserer heutigen Zeit.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes, fröhliches und erholsames Pfingstfest. Möge der Geist des Vertrauens, der Zuversicht und der Mitmenschlichkeit Ihre Herzen erfüllen.

Ihr Landesbischof Dr. Christoph Meyns


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