Wolfenbüttel

Wendehälse in den Herzogsbergen


Wendehals. Foto: Privat
Wendehals. Foto: Privat Foto: Privat

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09.03.2016


Cremlingen. Im Nachfolgenden berichtet Diethelm Krause-Hotopp, Pressesprecher Bündnis 90/Die Grünen der Gemeinde Cremlingen, über den Rückgang der geschützten Vogelart der Wendehälse in den Herzogsbergen.

Die Herzogsberge bei Cremlingen haben eine wichtige Bedeutung für Naturschutz und Naherholung. Die Grünlandbereiche haben sich in der Vergangenheit als Truppenübungsplatz zu einer Landschaft mit nährstoffarmen Böden und besonderen Lebensbedingungen für seltene und bestandsbedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt. 2006 konnte Martin Steinmann hier das erste Wendehalsbrutpaar nachweisen. Aus dem Vogelkundlichen Bericht Niedersachsens 2012 wird deutlich, welche Besonderheit wir in den Herzogsbergen noch haben. Nach dieser Untersuchung sei der Wendehals in Niedersachsen tatsächlich von etwa 2.000 bis 3.000 Paaren Anfang der 80er Jahre auf rund 100 bis 200 heute gesunken. Vor allem Lebensraumzerstörung durch intensivierte Landnutzung, Vernichtung von Streuobstwiesen, Verlust von Trockenrasengebieten, Überdüngung und der verstärkte Einsatz von Bioziden seien wesentliche Faktoren für den Rückgang, heißt es in einem Bericht von Diethelm Krause-Hotopp. Da der Wendehals ein Zugvogel sei und im Winter nach Afrika zieht, kommen Verluste auf dem Zug und im Winterquartier noch hinzu.

Streng geschützte Art


Als Höhlenbrüter, der sich selbst keine Höhle baut, sei er auf das Vorhandensein von natürlichen Baumhöhlen, die sich besonders in Altbäumen befinden, angewiesen. Der Wendehals benötigt als Nahrung bestimmte Ameisenarten. In sehr geringem Umfang verzehrt er auch Blattläuse, Schmetterlingsraupen oder Käfer sowie Früchte und Beerent.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gehört der Wendehals zu den streng geschützten Arten. „Wenn wir nichts für den Wendehals tun, wird er in absehbarer Zeit bei uns aussterben“, so Martin Steinmann. Inzwischen habe er 30 Bruthöhlen aufgehängt und im letzten Jahr bereits vier Brutpaare nachweisen. Da den Cremlinger Grünen die Herzogsberge besonders am Herzen lägen - sie fordern auch die Ausweisung als Naturschutzgebiet - spendeten sie zwei zusätzliche Nisthöhlen. „Das Nistkastenprogramm macht auf jeden Fall viel Sinn und vielleicht gelingt es uns ja, die Herzogsberge zu einem Wendehalszentrum werden zu lassen“, so Christian Rothe-Auschra von der Fraktion der Cremlinger Grünen.


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