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Wieder Tote nach Unfällen: So gefährlich ist die A2



Braunschweig

Wieder Tote nach Unfällen: So gefährlich ist die A2

von Robert Braumann


Unfall auf der A2, Foto: 24aktuell(BM)
Unfall auf der A2, Foto: 24aktuell(BM) Foto: 24aktuell(BM)

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Braunschweig. Nach den schweren Unfällen auf der A2, bei der zuletzt zwei Brummi-Fahrer verstarben (regionalHeute.de berichtete), ist die Autobahn erneut in die Kritik geraten. Immer wieder wäre die Strecke betroffen, wenn es um schwere Crashs ginge, ist auf unserer Facebook-Präsenz zu lesen. RegionalHeute.de hat sich im Gespräch mit Wolfgang Klages, Pressesprecher Polizei, auf Ursachenforschung gemacht. 

Klages sagt, vom Gefühl her habe es 2016 schon recht häufig gekracht, aktuelle Zahlen würden aber noch nicht vorliegen. Er gibt außerdem zu bedenken, dass man bei Unfallstatistiken immer langfristig schauen müsse, um einen Trend zu erkennen. "Haben wir in einem Jahr einen Tag Eisregen oder eine Baustelle an einem Knotenpunkt, kann das schon die gesamten Zahlen verändern", so der Polizeisprecher. Eine Analyse der Unfallentwicklung von 2005 bis 2009 und von 2010 bis 2014 zeigt, dass das Unfallgeschehen auf der als "Todesautobahn" verrufene Autobahn 2 in den genannten Zeiträumen um etwa 30 Prozent, die Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, sogar um 34 Prozent zurück gegangen sind. Um genauer zu werden und aktuelle Zahlen zu verwenden: In dem Zeitraum Januar bis Mai 2014 gab es 385 Unfälle und von Januar bis Mai 2015 407. Auffällig sei aber, dass immer wieder Lastwagen an den Unfällen beteiligt seien, so Klages. In den letzten Jahren lag die Quote bei rund 50 Prozent. Bei 100.000 Fahrzeugen pro Tag, wäre die Unfallzahl aber immer noch relativ gering, so der Pressesprecher.

Kritik nachvollziehbar


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Pressesprecher Polizei Braunschweig, Wolfgang Klages. Foto: Polizei



Das dennoch viele die A2 als Chaosautobahn betrachten würden, kann er dennoch nachvollziehen. "Wenn etwas passiert, dann sind die Auswirkungen natürlich meist verheerend und so etwas setzt sich natürlich eher in den Köpfen fest, besonders der große Anteil an beteiligten LKW, macht auch der Polizei Gedanken. Wir haben die Unfallstatistik in den letzten Jahren aber nach unten drücken können, auch durch immer wiederkehrende Kontrollen."

Abstand wird nicht eingehalten


Ein Problem sei weiterhin, dass sich viele Brummi-Fahrer nicht an die vorgegebenen Abstände halten würden. "Bei Tempo 80 müssen mindestens 50 Meter Abstand gehalten werden. Viele Fahrer halten sich nicht einmal im Entferntesten daran. Sie haben Angst, dass sich Kollegen in die Lücke schieben und sie somit in der Kolonnen nach hinten rutschen. Da ein hoher Druck bei den Fahrern liegt, rechtzeitig anzukommen, wollen sie dies oft nicht zulassen. Dazu kommt die große Monotonie, der man ausgesetzt ist, oft wird über Stunden ein Tempo gefahren, da verliert man irgendwann das Gefühl für Abstände und Geschwindigkeit, auch die Aufmerksamkeit lässt nach." Mit regelmäßigen Abstandskontrollen versucht die Polizei Präsenz zu zeigen.

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Aufgenommen im LK Helmstedt, nahe Parkplatz Uhry. Der Abstand beträgt lediglich 14 Meter. Foto: Polizei Braunschweig.



In den aktuellen Fällen hätte dies aber kaum geholfen, so Klages, schließlich wäre dabei auf das Stauende aufgefahren worden. "Das sind weitere Probleme, Baustellen oder Schwerlasttransporte, die für Stau sorgen.  Sobald wir in einem Abschnitt Baustellen haben, kann man dies meist auch in der Unfallstatistik sehen. Wenn dann durch die Monotonie des Fahrens oder Ablenkung, eine Unaufmerksamkeit entsteht, dann kracht es schnell ganz gewaltig." Dennoch wäre die Autobahn im Verhältnis weiterhin die sicherste Strecke für die Fahrer. "Statistisch gesehen ist es wesentlich gefährlicher durch die Braunschweiger Innenstadt zu fahren, als über die A2, doch wenn es dort einmal kracht, sind die Folgen häufig dramatischer", so Klages.


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