Winterwetter: Darum gibt es bei Schulausfällen keinen Distanzunterricht

Viele Eltern fragen sich derzeit, warum kein Distanzunterricht stattfindet, wenn witterungsbedingt die Schule ausfällt. regionalHeute.de hat beim Kultusministerium nachgefragt.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Matthias Kettling

Region. Das Winterwetter sorgt nicht nur im Straßen- und Zugverkehr für Einschränkungen. Bereits zweimal musste aufgrund von Schnee und Eis in Teilen der Region in diesem Jahr der Unterricht ausfallen. Für Eltern bedeutet das oftmals Probleme, wenn sie selbst zur Arbeit müssen, aber für jüngere schulpflichtige Kinder dann keine Betreuung haben. Doch auch für die Schüler ist ein Unterrichtsausfall nicht unproblematisch, denn sie verpassen so einiges an Lernstoff. regionalHeute.de hat beim Niedersächsischen Kultusministerium nachgefragt, ob auch ein Distanzunterricht möglich wäre.



Vielen Eltern und Schülern ist er aus Pandemiezeiten noch in Erinnerung – der Distanzunterricht. Weil Abstandsregeln und Kontaktverbote auch den regulären Schulunterricht unmöglich machten, mussten sich Kinder und Lehrer auf eine neue Art des Lernens einstellen und sahen sich fortan für lange Zeit nur noch online. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnte so das Defizit beim Lehrstoff zumindest in Grenzen gehalten werden. Viele Betroffene fragen sich nach den jüngsten witterungsbedingten Schulausfällen jedoch, warum das Pauken von zu Hause aus nicht auch jetzt angeboten wird.

Darum ist kein Distanzunterricht möglich


Wie das Kultusministerium auf unsere Anfrage mitteilt, haben die Schulen für die verbindliche Durchführung von Distanzunterricht derzeit keine Rechtsgrundlage. Das wolle man mit der Novellierung des Schulgesetzes allerdings ändern. Viele Schulen würden den Schülern bereits heute Aufgaben für zu Hause geben, wenn die Schule aufgrund des Wetters ausfallen muss. Mit dem Schulgesetz, das im August in Kraft treten soll, sollen die Schulleitungen beispielsweise bei Unwettern künftig verbindlich anordnen können, dass zu Hause gearbeitet wird – dann müsse kein Unterricht mehr ausfallen.

Eine verbindliche Vorgabe hänge aber auch von den Voraussetzungen der Schulen und vom Vermögen sowie dem Alter der Kinder selbst ab. Derzeit würden bislang nicht überall im Land die gleichen Bedingungen herrschen. Und besonders in den Grundschulen könne man sich fragen, wie gut Distanzunterricht überhaupt funktionieren würde – insofern werde man differenzieren müssen.

Andere Lage an Berufsbildenden Schulen


Die Berufsbildenden Schulen (BBS) hingegen seien bereits einen Schritt weiter. Hier habe es frühzeitig bessere technische Ausstattungen und seitens der Schulen den Wunsch gegeben, Unterricht vermehrt auch digital umsetzen zu können – zumal viele Auszubildende über ihren Beruf beziehungsweise ihren Ausbildungsbetrieb entsprechend ausgestattet seien. Nach einer Modellprojektphase sei es möglich gewesen, alle Schulen entsprechend auszustatten – technisch sowie fachlich. Seit 2022 hätten BBS insofern die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent ihres Unterrichts online zu halten. Mit den Landkreisen und kreisfreien Städten als Schulträger gebe es – darauf aufbauend - die Vereinbarung für die meisten BBS, dass sie bei einem witterungsbedingten Schulausfall Online-Unterricht anordnen können. Dieser sei dann auch verbindlich für die Schüler.