Wölfe im Wald: So verhält man sich bei einer Begegnung richtig

Der Wolf ist auch in der Region wieder heimisch. Die Tiere gelten als äußerst scheu, weshalb zufällige Begegnungen selten sind. Doch wie verhält man sich richtig, wenn man einen Wolf sieht?

Wölfe gelten als sehr scheu – die Chance, ihnen im Wald zu begegnen, ist gering (Symbolfoto).
Wölfe gelten als sehr scheu – die Chance, ihnen im Wald zu begegnen, ist gering (Symbolfoto). | Foto: Pixabay

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Region. Er ist Protagonist in zahlreichen Märchen, inspirierte etliche Bücher und Filme und fasziniert die Menschen seit jeher: Der Wolf. Einst vom Menschen ausgerottet, ist er seit mehr als einem Vierteljahrhundert wieder in Deutschland heimisch – und sorgt regelmäßig für hitzige Debatten zwischen Gegnern und Befürwortern. Auch in unserer Region hat sich der Waldbewohner wieder angesiedelt. Doch wie sollten sich Spaziergänger verhalten, wenn ihnen ein Wolf in der Natur begegnet?



Wölfe füllen in der Kulturgeschichte eine Doppelrolle aus – während viele Menschen fasziniert von den anmutigen Tieren sind, fürchten andere sie. Der Wolf steht seit jeher für Freiheit und Unabhängigkeit, wird aber auch – nicht zuletzt durch Märchen wie Rotkäppchen – als bedrohlich und hinterlistig wahrgenommen. In Deutschland war er lange ausgerottet, doch im Jahr 2000 wurden in Sachsen erstmals wieder Welpen freilebender Wölfe geboren. Mittlerweile leben laut NABU etwa 209 Wolfsrudel, 46 Paare und 19 sesshafte Einzeltiere in Deutschlands freier Natur (Stand November 2024). Das Wachstum der Wolfspopulation in der Bundesrepublik hat sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verlangsamt.

Begegnungen sind selten


Wölfe gelten als äußerst scheu, weshalb die Wahrscheinlichkeit, ihnen bei einem Spaziergang im Wald zu begegnen, sehr gering ist. Meist ziehen sich die Tiere zurück, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Dementsprechend niedrig sind auch die Chancen, von einem Wolf angegriffen zu werden. Das zeigt auch die sogenannte „NINA-Studie“, in der im Zeitraum von 2002 bis 2020 Übergriffe von Wölfen auf Menschen untersucht wurden. Für Europa und Nordamerika ergibt sich hier ein klares Bild: Hier gab es in den 18 Jahren insgesamt 14 von Wölfen angegriffene Menschen, von denen zwei Fälle (beide in Nordamerika) tödlich waren. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein Angriff durch einen Wolf, wie auch durch andere Wild-, Nutz- oder Haustiere, zwar niemals völlig ausgeschlossen werden kann, die Wahrscheinlichkeit dafür jedoch äußerst gering ist.

So verhält man sich richtig


Für den Fall, dass Spaziergängern doch einmal ein Wolf im Wald begegnet, hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf seiner Website einige Verhaltensregeln zusammengefasst. Wie es dort heißt, sollte man den Wolf beobachten und – wie zu anderen Wildtieren – respektvollen Abstand halten. Fühlt man sich unwohl, sollte man sich langsam mit Blickrichtung zum Tier zurückziehen. Wie bei Hunden gilt: Rennen sollte man keinesfalls, denn das könnte einen Jagdreflex auslösen. Im Regelfall zieht sich der Wolf von selbst zurück – zum Beispiel durch langsames Davontraben.

Füttern sollte man die Waldbewohner auf keinen Fall – sie könnten sonst ihre natürliche Scheu verlieren. Wer einen Hund dabei hat, sollte ihn an die Leine nehmen, damit er vom Wolf nicht als Rivale wahrgenommen wird. Wie das NLWKN weiter schreibt, sind junge Wölfe häufig neugieriger als ausgewachsene Wölfe. Menschen, denen ein Tier wider Erwarten folgt, sollten möglichst selbstsicher auftreten, sich groß machen, Arme und Kleidungsstücke schwenken und Lärm machen.