Wolfenbüttel. Jürgen Kumlehn, der sich selber "Der Erinnerer" nennt, widmet sich seit mehr als einem halben Jahrhundert der Geschichte der Lessingstadt. Sein privates Archiv hat inzwischen beachtliche Ausmaße angenommen. Vor allem die jüdische Vergangenheit nimmt einen großen Teil seines Archivs ein. Doch eine Frage quält Jürgen Kumlehn: Was passiert eines Tages mit seinem Archiv?
Seit Jahren versucht Kumlehn, seine historischen Schätze "an den Mann zu bringen". Denn die Vorstellung, dass die Zeugen der Geschichte, die er über Jahrzehnte zusammengetragen hat, irgendwann auf dem Müll landen, ist für ihn schlichtweg unerträglich. Die Hoffnung, dass die Dokumente, Bücher und Fotos einmal in einem Kreismagazin aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, zerschlug sich schon vor einigen Jahren. Und auch der Wunsch, dass sein Archiv in der ehemaligen Samsonschule eine neue Heimat findet, erfüllte sich nicht. Doch Jürgen Kumlehn gibt nicht auf und hofft weiter, dass sein Archiv doch noch irgendwo untergebracht wird, erzählt er kürzlich im Gespräch mit regionalHeute.de. Und eine Chance tut sich vielleicht tatsächlich auf.
Gutachten erstellt
Kumlehn hatte sein Archiv vor einiger Zeit der Stadt Wolfenbüttel angeboten. Diese ließ daraufhin ein Gutachten über Umfang und Qualität erstellen. Was genau das Gutachten ergab, ist allerdings unbekannt. Auch Jürgen Kumlehn hat noch keine Einsicht erhalten. Das ärgere ihn, schließlich sei es ein Gutachten über sein Eigentum, sagt er gegenüber regionalHeute.de.
Warum das so ist, erklärt Erster Stadtrat Thorsten Drahn auf Nachfrage von regionalHeute.de. Das Gutachten soll nun erst einmal von Verwaltung und Politik in Augenschein genommen und diskutiert werden. Auch Jürgen Kumlehn soll dann über den Inhalt des Gutachtens informiert werden. Das Prozedere sei auch so mit Jürgen Kumlehn abgesprochen worden, betont Drahn.

