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Baby ausgesetzt: Überwachungskamera erfasst mutmaßliche Mutter

Im Falle des am Montag im Pfingstanger ausgesetzten Säuglings verfolgt die Polizei eine erste heiße Spur und bittet erneut um Mithilfe aus der Bevölkerung.

von Marvin König


Anwohner reagieren fassungslos auf das, was in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen ist. Foto: aktuell24/BM

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12.05.2020

Wolfenbüttel. Am Montag um 6:45 Uhr wurde ein Neugeborenes mit Unterkühlungserscheinungen in einer Gartenlaube in der Straße am Pfingstanger in Wolfenbüttel aufgefunden. Die Polizei kann nach dem Zeugenaufruf nun erste Erfolge vermelden. Am gestrigen Abend meldete sich ein Anwohner der Straße am Rehmanger. Eine unbekannte Person sei am Montagmorgen um 4 Uhr mit einem Bündel vor dem Bauch in der Aufzeichnung einer privaten Videoüberwachungsanlage aufgetaucht. Die Polizei veröffentlichte hierzu eine Personenbeschreibung.


Der Säugling wurde umgehend medizinisch versorgt, nach Angaben der behandelnden Ärzte gehe es dem Säugling gut. In umfangreichen Ermittlungsmaßnahmen seien die Anwohner rund um den Auffindeort durch verschiedene Ermittlerteams der Polizei aufgesucht und nach möglichen Hinweisen befragt worden. Anwohner die nicht angetroffen werden konnten, wurden mit einem Wurfzettel um Rückmeldung gebeten.

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Eine erste heiße Spur ergab sich am Montagabend, als sich ein Anwohner meldete, der etwas Verdächtiges im aufgezeichneten Material seiner privaten Überwachungskamera bemerkte. Eine Person mit einem Bündel vor dem Bauch lief um 4 Uhr durch das Blickfeld der Videokamera. "Sie war mutmaßlich auf der Suche nach einem Ablageort. Wenige Minuten später passierte sie den Videobereich aus entgegengesetzter Richtung erneut", so die Polizei zum Inhalt des Bandes. Weiter heißt es: "Bei dieser unbekannten weiblichen Person könnte es sich eventuell um die Mutter selbst, oder aber auch um eine andere Person aus dem Umfeld der Mutter handeln."

Beschreibung der gesuchten Person


Die mutmaßlich weibliche Person sei mit einer langen Hose, einer längeren, mantelähnlichen Jacke mit Kapuze und Sportschuhen der Marke "Adidas" bekleidet gewesen. Die Schuhe hatten vermutlich helle Streifen und eine helle Sohle.

Die Polizei Wolfenbüttel und die Staatsanwaltschaft Braunschweig bitten um weitere Hinweise zu dieser unbekannten Person. Die wenig aufschlussreiche Beschreibung hänge laut Polizeisprecher Frank Oppermann "unter anderem" mit der Videoqualität und der vorherrschenden Dunkelheit zusammen: "Das Video befindet sich aktuell in der Aufbereitung." Zur Veröffentlichung eines Bildes brauche es jedoch einen Gerichtsbeschluss. "Aber vielleicht haben wir auch schon durch diese Beschreibung schon Erfolg", so Oppermann zur Entscheidung zur Veröffentlichung dieses vagen Anhaltspunktes.

Nachbarn zeigen sich schockiert


In der Nachbarschaft kann man das geschehene noch immer kaum fassen. Anwohnerin Astrid Löwe bedauert das Schicksal des Kindes, stellt sich aber auch die Frage, in welchen Nöten die Mutter gewesen ist: "Es gibt ja heute Hilfe. Aber es gibt immer noch Menschen, die sich vielleicht schämen. Ich kann es mir nicht vorstellen (so etwas zu tun), aber ich bin auch noch nie in so einer Situation gewesen."

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Anwohnerin Maria Berger ist überzeugt, dass es wesentlich schlimmer hätte ausgehen können: "Es gibt die Klappe in den Krankenhäusern, wo man ein Kind hingeben könnte, aber in einer Gartenlaube?", fragt Berger und gibt zu bedenken: "Man konnte ja gar nicht sicher sein, dass es gefunden wird, solang es noch lebt."

Die Auswertung der bisher eingegangenen Hinweise laufe laut Polizeisprecher Oppermann noch immer. Man hoffe nun mit diesem neuen Zeugenaufruf auf weitere Hinweise und setze die Ermittlungen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig mit Hochdruck fort.


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