Bürgermeister Thomas Pink: „Eine Aufgabe für uns alle“


Bürgermeister Thomas Pink appelliert an die Bürger: „Lassen Sie sich nicht von Gerüchten und Stammtischreden aufs Glatteis führen". Symbolfoto: Archiv
Bürgermeister Thomas Pink appelliert an die Bürger: „Lassen Sie sich nicht von Gerüchten und Stammtischreden aufs Glatteis führen". Symbolfoto: Archiv | Foto: Anke Donner)



Wolfenbüttel. Bürgermeister Thomas Pink richtet sich mit einem Appell an die Bürgerinnen und Bürger und ruft dazu auf, als Stadt zusammenzuhalten und die Flüchtlingsfrage als Gemeinschaftsaufgabe zu bewältigen. Der Bürgermeister lobt die riesige Hilfsbereitschaft der Bürger, warnt aber auch davor sich von ungerechtfertigter Fremdenangst treiben zu lassen.

"Die aktuelle Flüchtlingssituation stellt auch unsere Stadt vor große Herausforderungen", heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt Wolfenbüttel. Um diesen Herausforderungen organisatorisch gerecht zu werden, wird der Bürgermeister als Verwaltungschef nun eine Stabsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten einrichten, in der alle Fäden organisatorisch zusammenlaufen sollen (regionalWolfenbüttel.de berichtete). Der Bürgermeister stellte in der gestrigen Sitzung des Stadtrates deshalb klar: "Wir werden dieses Thema in dieser Stadt meistern. Wir sind hervorragend dafür aufgestellt.“ Mit einem eindringlichen Appell wendet sich Thomas Pink daher an die Bewohner der Stadt: „Lassen Sie sich nicht von Gerüchten und Stammtischreden aufs Glatteis führen, informieren Sie sich bitte selbst über die Tatsachen. Denn in Wissenslücken bleibt Raum für Fremdenangst“.

Möglichkeiten, sich zu informieren


Die Stadt Wolfenbüttel bietet ihren Bürgern mehrere Möglichkeiten an, sich in Flüchtlingsangelegenheiten zu informieren. Auf der Internetseite www.integration.wolfenbuettel.de gibt es regelmäßig aktualisierte Informationen über die Flüchtlingsarbeit der Stadt und des „Runden Tisches“. An den Informationsständen der Stadt können die dort anwesenden Mitarbeiter der Verwaltung jederzeit zum Thema angesprochen werden. Auch Bürgermeister Thomas Pink steht während seiner regelmäßig angebotenen Bürgersprechstunden gern Rede und Antwort. „Außerdem werden wir am Donnerstag, 29. Oktober, 19 Uhr, im Rahmen der 'Rathausgespräche' zu einem Informationsabend zum Thema Flüchtlinge einladen“, erklärte Thomas Pink. Interessierten Gruppen biete die Verwaltung auch individuelle Informationsveranstaltungen an. Die Kontaktaufnahme ist über die Stabsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten möglich (fluechtlinge@wolfenbuettel.de).​

Appell an Hausbesitzer


Als dringlichste Aufgabe bewertete Thomas Pink aktuell die Unterbringung und die Akquise weiterer Wohnmöglichkeiten. „Ich möchte es allen Beteiligten ersparen, Hallen zu sperren, um die Flüchtlinge von der Straße zu bekommen“. Um dieses Szenario abzuwenden richtet er abermals den Appell an Hausbesitzer, Menschen, die hier Zuflucht suchen, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Thomas Pink erfülle es mit Zuversicht, heißt es in der Pressemitteilung, dass diese Aufrufe bisher immer wieder zu neuen Möglichkeiten, einer menschenwürdigen Unterbringung und in Folge auch zu bereichernden menschlichen Begegnungen geführt hat.

"Sie müssen sich nicht fürchten"


Ein weiterer Schwerpunkt der Stadtverwaltung liegt auf der Begleitung und Betreuung der Neuankömmlinge. Die Verwaltung sei dazu gut aufgestellt und vorbereitet. So habe man auch personell auf die Herausforderung des Zustroms reagiert und „aufgestockt“. „Wie viele Flüchtlinge in den kommenden Wochen und Monaten von der Stadt aufgenommen werden müssen, kann auch ich nicht beantworten“, gibt Thomas Pink unumwunden zu. Gerade diese Unbekannte verunsichere die Bürger und schüre Ängste. Zwei Dinge müssten in den Augen des Rathauschefs aber auseinandergehalten werden. Die Diskussion über die Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa und die der Art und Weise, wie hier vor Ort mit den Flüchtlingen, die nach Wolfenbüttel kommen, umgegangen wird. „Es sind genau wie wir Menschen und wir haben einfach die Pflicht, ihnen zu helfen“, betont Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink. Hier vor Ort sei das Thema keine Frage der Politik, sondern der Humanität. „Die der Stadt zugewiesenen Menschen werden gut behandelt, das ist eine Aufgabe für uns alle. Tragen Sie das mit, Sie müssen sich nicht fürchten.“


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