CDU sieht Defizite beim Katastrophenschutz in Wolfenbüttel

Nimmt der Landkreis Wolfenbüttel den Katastrophenschutz nicht ernst genug? Die CDU sieht dringenden Handlungsbedarf.

von Werner Heise


Landrätin Christiana Steinbrügge rief beim Hochwasser im Jahr 2017 den Katastrophenfall im Landkreis Wolfenbüttel aus. Trotz dieser Erfahrung nehme sie das Thema nicht ernst genug, meint die CDU.
Landrätin Christiana Steinbrügge rief beim Hochwasser im Jahr 2017 den Katastrophenfall im Landkreis Wolfenbüttel aus. Trotz dieser Erfahrung nehme sie das Thema nicht ernst genug, meint die CDU. Foto: Werner Heise

Wolfenbüttel. Bei der Koordination des Katastrophenschutzes im Landkreis Wolfenbüttel gibt es nach Auffassung der CDU deutliche Defizite. Das erklärten die Christdemokraten bei der Vorstellung ihres Programms zur Kommunalwahl für den Kreistag am gestrigen Dienstag. Es gebe im Katastrophenfall weder ausreichend Personal zur Bildung eines dreischichtigen Krisenstabes, noch habe sich beim Thema "Warnung der Bevölkerung" viel getan.


"Man kümmert sich im Landkreis Wolfenbüttel offensichtlich nicht ausreichend um den Katastrophenschutz", sagt CDU-Kreisvorsitzender Frank Oesterhelweg und bezeichnet dies in Richtung Landrätin Christiana Steinbrügge als "absolut peinliche Situation." Vermehrte Stürme, Starkregenereignisse und Trockenphasen in Folge des Klimawandels würden uns vor Augen führen, wie wichtig Zivil- und Katastrophenschutz sei.


Um die Abstimmung und Koordination der Beteiligten für eine effektive Arbeit zu erreichen, seien regelmäßige Übungen sowie eine gute Ausrüstung erforderlich, hält die Kreis-CDU in ihrem Wahlprogramm fest und verspricht sich für entsprechend finanzielle Mittel einzusetzen. Aber auch die Menschen auf Katastrophenlagen vorzubereiten und sie im Ernstfall zu informieren sei wichtig. Pannen wie am bundesweiten Warntag im Jahr 2020 dürften sich nicht wiederholen.

Keine Sirenen-Alarmierung im Katastrophenfall


Im Landkreis Wolfenbüttel blieben die Sirenen damals wissentlich still. Die Kreisverwaltung sah keine Veranlassung, Sirenen im Katastrophenfall einzusetzen und teilte auf Anfrage von regionalHeute.de mit: "Die Nutzung von Sirenen zur Bevölkerungswarnung ist eine Empfehlung, keine Verpflichtung." Hierfür gab es auch deutliche Kritik in einem Kommentar unserer Online-Zeitung. Inzwischen hat der Landkreis Wolfenbüttel seine Meinung geändert und teilte im Juni dieses Jahres mit, dass man wieder auf Sirenen setzen wolle und hierzu Gespräche führe.

Insgesamt eine DIN-A4-Seite mit zwölf Spiegelstrichaufzählungen widmet die CDU dem Katastrophenschutz nun in ihrem Wahlprogramm. Weitere Punkte sind dabei auch die Schaffung von Not-Tankstellen, um systemrelevante Bereiche mit Kraftstoff zu versorgen und die Beschaffung weiterer, auch mobiler Notstromaggregate für sensible Einrichtungen.

Uwe Lagosky (Fraktionsvorsitzender), Frank Oesterhelweg (Kreisvorsitzender) und Uwe Schäfer (Landratskandidat) bei der Vorstellung der
Uwe Lagosky (Fraktionsvorsitzender), Frank Oesterhelweg (Kreisvorsitzender) und Uwe Schäfer (Landratskandidat) bei der Vorstellung der "Leitlinien der CDU im Landkreis Wolfenbüttel" für die kommende Wahlperiode. Foto: Werner Heise


Landkreis lässt Anfrage bislang unbeantwortet


Würde heute ein Katastrophenfall eintreten, wäre der Landkreis Wolfenbüttel dann über mehrere Tage in der Lage einen dreischichtigen Kristenstab mit hierfür ausgebildetem Personal zu besetzen? Diese Anfrage unserer Online-Zeitung konnte die Kreisverwaltung nicht kurzfristig - auch nicht mit einem Ja oder Nein - beantworten. Wir berichten nach.


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