DIE LINKE: "Kleine Krankenhäuser gehören zur Flächenversorgung"




DIE LINKE im Landtag hat die Kritik des Landesrechnungshofes zurückgewiesen, dass es zu viele kleine Kliniken in Niedersachsen gibt.

„Der Landesrechnungshof schießt mit seiner Forderung nach Schließungen von kleinen Krankenhäusern und einem weiteren Bettenabbau weit über sein Ziel hinaus“, sagte Patrick Humke, der sozial- und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion. Im Einzelfall könne die Zusammenlegung von Krankenhäusern ein gutes Instrument der Versorgungssicherung sein – dennoch brauche ein Flächenland wie Niedersachsen kleine regionale Krankenhäuser. „Niedersachsen ist mit knapp 53 Betten pro 10.000 Einwohner bereits heute bundesweites Schlusslicht. Auch deshalb sind die Forderungen des Rechnungshofes nicht nachvollziehbar“, so Humke. Der Gesundheitsexperte wies auch die Behauptung zurück, die kleinen Krankenhäuser könnten qualitativ nicht mithalten. „Das ist eine pauschale und falsche Behauptung des Rechnungshofes. Die tatsächlichen Probleme der Krankenhäuser werden von der Politik der Landes- und Bundesregierung verursacht“, so Humke.

Neben einer unzureichenden Finanzierung durch das Land sei die Privatisierung von Krankenhäusern das Kernproblem. So habe beispielsweise das Charlotten-Hospital in Stadtoldendorf auf hohem Niveau gearbeitet, bis es privatisiert und an die Gesellschaft für Hospital Management mbH verkauft worden sei. Nachdem die Gesellschaft die Gehälter nicht mehr bezahlt habe, und die Zukunft der Klinik lange ungewiss gewesen sei, hätten wichtige Fachkräfte die Klinik verlassen. „Erst dann kam es zu Problemen, die Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten“, betonte Humke. Eine ähnliche Entwicklung sei ihm auch aus Hannoversch Münden bekannt. „Die Landespolitik muss den Krankenhäusern den Rücken stärken. Wer zum weiteren spürbaren Abbau der Bettenzahl in Niedersachsen beiträgt, ist für eine spätere Mangelversorgung verantwortlich“, so Humke.


mehr News aus Wolfenbüttel


Themen zu diesem Artikel


Die Linke