Wolfenbüttel. Fast drei Jahre ist es her, dass die Stadt Wolfenbüttel moderne und digitale Anzeigetafeln für die Parkplatzsuche in Aussicht stellte. Doch bis heute hat sich an den Anzeigetafeln wenig getan. regionalHeute.de hat deshalb bei der Stadtverwaltung nachgefragt, was aus dem Vorhaben geworden ist, das bereits im März 2023 die politischen Gremien beschäftigte.
Damals kündigte die Verwaltung an, das veraltete Parkleitsystem mit Schildern grundlegend zu erneuern und durch Echtzeit-Anzeigen ersetzen zu wollen. Das Quartier an der Hauptkirche wurde seinerzeit als mögliches Testgebiet ins Auge gefasst. Entsprechende erste Pläne sollten der Politik noch im selben Jahr vorgelegt werden, stellte Bürgermeister Ivica Lukanic in Aussicht. Doch getan hat sich nichts. Nicht im Jahr 2023 und auch nicht in den Folgejahren. regionalHeute.de fragte im Rathaus nach, was aus den Plänen geworden ist und ob sie überhaupt noch verfolgt werden.
Kein Schnellschuss
Die Einführung eines dynamischen Systems für die Innenstadt werde weiterhin konsequent verfolgt, da der Parksuchverkehr sowohl die Autofahrer stressen würde, als auch die Wohnqualität der Anwohner mindere. Mit dem dynamischen Parkleitsystem sollen der Parksuchverkehr in der Stadtmitte verringert und die Verkehrsteilnehmer bei der Wahl des Parkplatzes unterstützt werden. Zusätzlich könnten die Parkhäuser Schulwall und Rosenwall mit Hilfe des dynamischen Parkleitsystems stärker ausgelastet werden. Ein "Schnellschuss" sei aufgrund der hohen Kosten und des technischen Aufwands nicht zu erwarten, heißt es aus dem Rathaus.
Warum dauert es so lange?
Dass das Projekt noch nicht umgesetzt wurde, habe verschiedene Gründe. Neben der Installation der Technik müssten auch einige Bereiche umgestaltet werden, um die freien Stellplätze zu erfassen. Die Installation sollte zudem mit anderen Maßnahmen abgestimmt sein. Besonders zu nennen sei hier der große Pendlerparkplatz am Bahnhof, für den derzeit ein Bebauungsplanverfahren läuft. "An die in der Vorlage im Jahr 2023 angekündigte Überarbeitung des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes werden von den Fraktionen im Rat hohe Erwartungen gestellt. Eine Planung die nur einzelne Aspekte berücksichtigt, wird politisch kaum mehrheitsfähig sein", so Stadtsprecherin Nadine Guttzeit.
Außerdem hätten andere Projekte Kapazitäten gebunden, wie etwa die Einführung von Kameraparksystemen zur Gebührenerhebung in den Parkhäusern oder Vorbereitungen für einen Testbetrieb am Friedrich-Ludwig-Jahn-Platz. Dieser Prüf- und Umsetzungsaufwand habe dazu geführt, dass bisher kein Pilot für ein dynamisches Parkleitsystem realisiert wurde.
Nächste Schritte
Doch wie geht es nun weiter? Die Stadt hat auf Nachfrage von regionalHeute.de einen groben Zeitplan vorgelegt, um das Projekt aus der Warteschleife zu holen. Bis Juni 2026 soll dem Rat ein Vorschlag vorgelegt werden, der Umfang, Technikvariante, Kosten (Investition und Betrieb) und den Umsetzungsfahrplan für ein dynamisches Parkleitsystem festlegt. Nach dem Beschluss soll dann das Vergabeverfahren starten. Ein Pilotbetrieb sei dann ab 2027 realistisch.

