Erklärung verabschiedet, runden Tisch angekündigt

von Thorsten Raedlein


| Foto: Anke Donner



Wolfenbüttel. In seiner Sitzung am Mittwoch hat der Rat der Stadt Wolfenbüttel eine gemeinsame Erklärung der Fraktionen, Gruppen und des Bürgermeisters zur Aufnahme von Flüchtlingen in der Stadt einstimmig verabschieden. Die Politik möchte damit eine klare Position beziehen. 

Aktuell seien, so erklärte Bürgermeister Thomas Pink, vier Mitarbeiter des Rathauses mit der Betreuung und der Unterbringung der Flüchtlinge betraut. Weitere Mitarbeiter des Bürgeramtes stünden zudem bei Bedarf zur Verfügung. "Das Thema Flüchtlinge ist in Wolfenbüttel Chefsache", unterstrich Pink. Daher sei das Büro des Bürgermeisters erster Ansprechpartner. Auch beim zuständigen Dezernenten, Thorsten Drahn, sei die Aufgabe in guten Händen.

Bis heute habe die Stadt 203 Personen aufgenommen. Viele konnten in Wohnungen der WoBau in der Ahlumer Siedlung untergebracht werden. Am 15. Januar soll erstmals ein runder Tisch mit Vereinen und Institutionen, die mit der Flüchtlingsarbeit betraut sind, stattfinden. Dann soll das weitere Vorgehen koordiniert und Hilfsmaßnahmen abgesprochen werden.

Die Erklärung im Wortlaut


Wir, die Vertreter der im Rat der Stadt Wolfenbüttel vertretenen Fraktionen und Gruppen sowie der Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, sind uns gemeinsam unserer besonderen kommunalen Verantwortung bewusst und heißen in Wolfenbüttel die Menschen, die ihre Heimat aus Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Nationalität, ihrer politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verlassen, herzlich willkommen.

Wir verwahren uns gegen Vorurteile den Flüchtlingen gegenüber und lehnen populistische Stimmungsmache auf dem Rücken dieser Menschen entschieden ab.

Es ist nicht zu bestreiten, dass die Aufnahme von Flüchtlingen in Wolfenbüttel auch eine Herausforderung darstellt. Dieser Herausforderung sind wir uns bewusst und wir werden sie gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren auf kommunaler Ebene meistern.

Im Vordergrund stehen für uns die Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und nun in Wolfenbüttel nicht nur Schutz und menschenwürdige Lebensbedingungen erhalten, sondern auch die Wärme und Freundlichkeit erfahren sollen, die Wolfenbüttel schon seit so vielen Jahren zu einer lebens- und liebenswerten Stadt machen.

Von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wolfenbüttel wünschen wir uns hierfür die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz.


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