Gärtnermuseum unterwegs am Nordrand des Harzes


Die Reisegruppe des Gärtnermuseums Wolfenbüttel besuchte während ihrer Jahresfahrt auch das Schloss Ballenstedt. Foto: Privat
Die Reisegruppe des Gärtnermuseums Wolfenbüttel besuchte während ihrer Jahresfahrt auch das Schloss Ballenstedt. Foto: Privat

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Wolfenbüttel. Am vergangenen Sonntag veranstaltete das Gärtnermuseum wieder seine beliebte und traditionelle Jahresfahrt. Gemeinsam mit Gästen und Freunden ging es pünktlich um 9 Uhr vom Schmidt-Terminal an der Halchterschen Strasse los. Erstes Ausflugsziel war das berühmte Augustiner-Chorherrenstift St. Georg in Grauhof.


Dieser einzigartig markante Kirchenbau im Stile des Barocks gehört zu den großen Kleinoden des Harzvorlandes bei Goslar. Das Innere des erst in den letzten Jahren umfangreich sanierten Gotteshauses erstrahlt in verschwenderischer barocker Pracht. Als ein weiterer Glanzpunkt gilt die von Christoph Treutmann erschaffene Orgel. Sie zählt zu den schönsten Barockorgeln im Norden Deutschlands. Am Kloster Grauhof beginnt zudem der Harzer Klosterwanderweg.

Anschließend ging es zur Stärkung mit deftigen Spezialitäten und gekühlten Getränken in eine Brauereigaststätte nach Quedlinburg. Nächster Reiseort war Ballenstedt mit seinem barocken Residenzschloss. Eine besondere Sehenswürdigkeit der näheren Heimat. Die Stadt gilt als Wiege Anhalts und blickt auf eine beachtliche Vergangenheit zurück. Bekannte Namen sind Uta von Naumburg, Albrecht der Bär und Wilhelm von Kügelgen. Ge­schichte, Kultur und Landschaft bilden eine gelungene Einheit.

Als bedeutendes Beispiel der Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts umrahmt der Park die spätbarocke Schlossanlage. Herausragendes Ele­ment ist die in den Landschaftspark angeordnete Wasserachse im italieni­schen Stil, geplant vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné. Während des Rundganges wurde in aufgelockerter Weise die Geschichte und Be­deutung des Schlosses und ihrer Geschlechter vorgetragen. Begründer war Markgraf Albrecht der Bär, der sich mit Heinrich dem Löwen mehrmals krie­gerisch um Land und Würde auseinander setzen musste. Erst Kaiser Fried­rich Barbarossa zwang die Streitenden zum Frieden.

Zum Abschluss trug der Wirt im urigen Speisesaal des Benediktinerklosters bei Kaffee und Kuchen unterhaltsame und kurzweilige Histörchen aus „Al­ten Zeiten“ zu Gehör. Mit vielen Eindrücken kehrte die Reisegruppe in den frühen Abendstunden nach einem erlebnisreichen Tag zurück.