Region. Die Blätter haben längst begonnen, sich zu verfärben, die Temperaturen sind merklich zurückgegangen und die Tage werden kürzer – der Herbst hält langsam, aber sicher Einzug in die Region. In der kühleren Jahreszeit zieht es auch wieder viele Menschen hinaus in die Wälder, denn nun beginnt die Pilzsaison. Beim Sammeln gibt es jedoch einiges zu beachten.
Es ist eine gute Möglichkeit, um Erholung in der freien Natur und kulinarische Genüsse miteinander zu verbinden: Die Pilzsuche im Wald bereitet vielen Menschen Freude. Doch aus Unkenntnis kann schnell bitterer Ernst werden, wenn man bei der Auswahl der Pilze nicht auf die richtigen Sorten achtet – dann droht im schlimmsten Fall eine akute Pilzvergiftung.
Achtsam sammeln
Damit der Spaß am Sammeln an der frischen Luft ungetrübt bleibt, hat der NABU auf seiner Website einige wichtige Verhaltensregeln zusammengestellt. Zunächst einmal sei es wichtig, beim Waldbesuch Rücksicht zu nehmen. In Naturschutzgebieten sollte man unter keinen Umständen auf Pilzjagd gehen, doch auch abseits davon sollte man Tiere nicht stören und junge Pflanzen und Bäume nicht platttreten. Zudem sollte man nicht mehr Pilze ernten als am selben Tag verarbeitet werden können.
Nur ernten, was man sicher erkennt
Anfänger seien grundsätzlich auf der sicheren Seite, wenn sie bevorzugt Röhrlinge sammeln. Denn unter den heimischen Röhrlingspilzen gibt es laut NABU keine tödlich giftigen. Sie haben ihren Namen aufgrund der Röhren, die sich unter ihrem Schirm befinden – die Hutunterseite ähnelt einem Schwamm. Meist haben Röhrlinge eindeutige Merkmale und können kaum mit anderen Pilzen, die giftig oder nicht bekömmlich sind, verwechselt werden, so der NABU weiter.
Für jeden Pilzsammler sei zudem ein gutes Bestimmungsbuch unerlässlich. Grundsätzlich sollte nur geerntet werden, was sicher bestimmt wurde. Anfängern empfiehlt der NABU die Teilnahme an Pilzexkursionen. Bei einigen Speisepilzen bestehe Verwechslungsgefahr mit ähnlich aussehenden Giftpilzen – ein klassisches Beispiel seien Wiesen-Champignons und Knollenblätterpilze. Wer unsicher ist, sollte die Pilze stehen lassen oder oder eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. Zudem sollte man zu junge, zu alte oder schimmelige Pilze ebenfalls nicht ernten.
Sämtliche Waldpilze sollte man nicht roh verspeisen, sondern 15 bis 20 Minuten erhitzen. Wilde Pilze sind roh giftig – selbst die nussig schmeckende Marone verursacht ungekocht Magen-Darm-Beschwerden, so der NABU.
Das sollte man im Notfall tun
Treten nach einer Pilzmahlzeit Symptome wie etwa Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit auf, bestehe der Verdacht auf eine Vergiftung. Der NABU rät in so einem Fall, umgehend einen Arzt oder eine Klinik aufzusuchen. In größeren Städten wie etwa Berlin, Hamburg und München gibt es auch Giftnotrufzentralen. Liege die Mahlzeit weniger als fünf Stunden zurück, sollte der Magen durch Erbrechen entleert werden. Das Erbrochene und noch vorhandene Speisereste sollten zur Identifizierung der Gifte mit zum Arzt genommen werden. Mache sich die Vergiftung erst nach acht oder mehr Stunden bemerkbar, solle sofort der Notarzt gerufen werden, denn es bestehe akute Lebensgefahr.

