Handarbeit überraschte Doris Schröder-Köpf

von Thorsten Raedlein




Wolfenbüttel. Tief beeindruckt vom handwerklichen Geschick der Mitarbeiter zeigte sich Doris Schröder-Köpf bei ihrem Besuch in der Werkstatt für Industriearbeit. "Das ist ja alles noch echte Handarbeit", stellte sie fest, während ein Mitarbeiter gerade eine Lüftungsdüse für ein Automobil zusammensetzt. Würde diese Arbeit nicht hier angeboten, dann würde sie wohl in ein Billiglohnland vergeben, vermutete sie.

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Interessiert schaut Doris Schröder-Köpf auf die geschickten Handgriffe. Auch Marcus Bosse und Bürgermeisterkandidatin Astrid Salle-Eltner waren beeindruckt. Foto:



Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe besuchte auf Einladung von Marcus Bosse die Werkstatt für Industriearbeit in Wolfenbüttel (WIR). Die von der Lebenshilfe getragene Werkstatt für Menschen mit psychischer Erkrankung oder seelischer Behinderung an der Halchterschen Straße bietet durch individuelle Förderung die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe. Zwar kam der Gast aus Hannover eine halbe Stunde später als geplant zum Termin, dafür nahm sie sich ausgiebig Zeit, sich von Lebenshilfe-Geschäftsführer Bernd Schauder, Werkstattleiter Carsten Druba und seiner Stellvertreterin Sabrina Schulze durch die verschiedenen Fertigungsbereiche der Werkstatt führen zu lassen. Textil, EDV, Metallbearbeitung, Montage und Konfektionierung oder die Kreativwerkstatt – im WIR wird einiges angeboten. Namhafte Unternehmen aus der Region zählen dabei zu den Auftraggebern. "Großserienfertigung ist für uns sicherlich eine Herausforderung, der stellen wir uns aber gerne", sagt Druba.

Vor fünf Jahren habe die Werkstatt mit zwölf Mitarbeitern begonnen, heute sind es 57. "Wir sind gut ausgelastet", sagt der Werkstattleiter. Aktuell suche man noch eine sechste Betreuerkraft für die Mitarbeiter im Alter von 18 bis 62 Jahren. Die berufsfördernden Bildungsangebote der Werkstatt für Industriearbeit sollen die Teilnehmer so weit fördern, dass sie ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringen und ihr Leben weitgehend selbständig gestalten können.
Geschult werden praktische Verhaltensregeln des Arbeitslebens, soziale Umgangsformen, Unfallverhütung und Arbeitssicherheit. Ziel ist es, die Beschäftigten individuell nach ihren Neigungen und Fähigkeiten zu fördern und in den Fachrichtungen arbeitspraktische Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erlernen und zu entfalten. Über Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt können Einblicke in die Arbeitswelt erlangt werden. Liegt eine entsprechende Eignung vor, kann sich auch eine Qualifizierungs- und Vermittlungsphase für den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt anschließen. Im Landesdurchschnitt sind die Wolfenbütteler mit zwei Prozent Vermittlungsquote dabei übrigens ganz weit vorn.