Hannover: Christopher Baum wird MHH-Präsident




Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bekommt einen neuen Präsidenten: Der 50-jährige Professor Dr. med. Christopher Baum, Leiter des Instituts Experimentelle Hämatologie der MHH, steht vom 1. April an dem Präsidium vor und verantwortet künftig das Ressort Forschung und Lehre in Niedersachsens größter Hochschulklinik.

„Mit Christopher Baum haben die MHH und das Land einen vergleichsweise jungen, aber dennoch exzellenten Arzt und anerkannten Forscher als Präsidenten gewinnen können. Er steht für Spitzenforschung, die den Patienten zugutekommt und ist zugleich ein kreativer Kopf. So ist er Initiator des inzwischen bundesweit anerkannten freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres", so Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka, die Baum am 13. Februar seine Ernennungsurkunde aushändigen wird.

Christopher Baum ist seit 2006 Leiter des Instituts Experimentelle Hämatologie sowie stellvertretender Koordinator des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzclusters REBIRTH. Als Forschungsdekan der Hochschule leitet er zudem seit fünf Jahren die Sitzungen der Forschungskommission und ist mit den hochschulpolitischen Planungen vertraut. Der Senat hatte Baum auf Vorschlag einer Findungskommission unter Beteiligung des Hochschulrates gewählt und dem Wissenschaftsministerium zur Ernennung vorgeschlagen. Der 50-Jährige ist zunächst für sechs Jahre zum Präsidenten gewählt worden.

Baum will in seiner Präsidentschaft an der Hochschule mit rund 8.800 Mitarbeiterinnern und Mitarbeitern sowie 3.000 Studierenden vor allem die Einheit von Forschung und Lehre ausbauen. Zukünftige Projekte sind beispielsweise der mit 60 Millionen Euro veranschlagte Neubau des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) mit weiteren Partnern wie der Leibniz Universität Hannover. Ferner soll ein Klinisches Forschungszentrum mit dem Fraunhofer Institut für experimentelle Medizin und dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung aufgebaut und ein Krebszentrum gebildet werden. Dadurch wird an der MHH eine bundesweit einmalige Infrastruktur geschaffen.

Baums Forschung zu Erkrankungen des blutbildenden Systems wurde im Jahr 2011 mit dem Eva Luise Köhler-Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgezeichnet. Der Mediziner ist zudem Mitglied der Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung der DFG.

Der gebürtige Marburger Baum studierte zunächst Philosophie in Mainz, bevor er sich dem Medizinstudium in Essen, Freiburg und Hamburg widmete. Nach seiner Promotion 1991 in Hamburg und seiner Habilitation 1999 zu gentherapeutischen Verfahren mit dem Titel „Chimerism and Evolution in the Organism" kam er im Jahr 2000 als außerordentlicher Professor für Stammzellbiologie an die MHH. Neben seiner Lehrtätigkeit war er dort von 2007 bis 2011 auch Ombudsperson für gute wissenschaftliche Praxis. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

„Der besondere Dank des Landes Niedersachsen gilt dem bisherigen Präsidenten der MHH Professor Dr. med. Dieter Bitter-Suermann, der jetzt mit 75 Jahren in den Ruhestand geht. Er hat unter anderem durch Projekte wie REBIRTH die MHH an die Spitze der bundesweiten medizinischen Forschung begleitet. Die Medizinerausbildung hat er durch den Modellstudiengang HannibaL vorbildhaft mit fortentwickelt und gemeinsam mit dem Präsidium die Hochschulklinik als Einrichtung der Krankenversorgung auf höchstem Niveau weit über Niedersachsen hinaus gestärkt", so Ministerin Wanka. Bitter-Suermann genieße eine hohe Anerkennung als renommierter Wissenschaftler und als Führungspersönlichkeit. Er war bereits vor Beginn seiner Präsidentschaft im Jahr 2004 langjähriges Mitglied im Vorstand des Klinikums sowie ärztlicher Direktor der MHH.


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