Herz-Kreislauf-Stillstand: Überlebenschance hängt auch vom Bundesland ab!

Für seine Beteiligung an einer wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema, wurde ein Arzt des Klinikums Wolfenbüttel mit einem renommiertesten Preis ausgezeichnet.

Freut sich über die Auszeichnung: Dr. Ulf Harding (2.v.l.), Chefarzt des Zentrums für Notfallmedizin des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel.
Freut sich über die Auszeichnung: Dr. Ulf Harding (2.v.l.), Chefarzt des Zentrums für Notfallmedizin des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel. | Foto: Mike Auerbach / DGAI

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Wolfenbüttel. Im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) ist die Arbeitsgruppe Strukturfragen der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften Notärzte Deutschlands (BAND) mit dem Rudolf-Frey-Preis für Notfallmedizin 2026 ausgezeichnet worden. Wie das Städtische Klinikum Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung berichtet, war ein Arzt des Klinikums maßgeblich beteiligt.



Der mit 2.500 Euro dotierte Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Notfallmedizin und gehört zu den renommiertesten Preisen im Bereich der Notfallmedizin.

Sechsköpfiges Autorenteam


Ausgezeichnet wurde die im Fachjournal „Die Anaesthesiologie" veröffentlichte Arbeit „Eintreffzeiten des Rettungsdienstes bei außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand – überlebensrelevante Unterschiede zwischen den Bundesländern in Deutschland". Zum sechsköpfigen Autorenteam gehört auch Dr. Ulf Harding, Chefarzt des Zentrums für Notfallmedizin des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel, der einen Großteil der wissenschaftlichen Publikation beisteuerte.

"In unserer Studie untersuchten wir anhand von Daten des Deutschen Reanimationsregisters ob Rettungsmittel bei einem außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand in den verschiedenen Bundesländern gleich schnell eintreffen und welchen Einfluss diese Eintreffzeiten auf das Überleben haben", erklärte Harding. Dabei zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, die sich unmittelbar auf die Überlebenswahrscheinlichkeit nach Herz-Kreislauf-Stillstand auswirken. Kürzere Eintreffzeiten waren mit signifikant besseren Überlebenschancen und einer besseren neurologischen Erholung verbunden.

Wenige Minuten entscheiden


Besonders relevant sind nach Einschätzung der Autoren bereits Unterschiede von wenigen Minuten: Eine Verzögerung der Team-Eintreffzeit um fünf Minuten war in der Analyse mit einer um 19 Prozent geringeren Chance auf ein Überleben mit guter neurologischer Erholung verbunden. Somit ist neben Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer nicht allein die Zeit bis zum Eintreffen des ersten Fahrzeuges des Rettungsdienstes entscheidend, sondern auch die Zeit, zu der das Team aus Rettungsfachpersonal und Notarzt komplett ist. Die Autoren sehen deshalb Handlungsbedarf bei der rettungsdienstlichen Versorgung und fordern eine gesellschaftliche und politische Diskussion über einheitliche Schutzziele und mögliche gestufte Versorgungssysteme.

Wissenschaftliche Leistungen sichtbar machen


Im Rahmen der Preisverleihung betonte DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx die Bedeutung wissenschaftlicher Auszeichnungen für die Weiterentwicklung des Fachgebiets: „Fortschritt in der Medizin beginnt mit guten Ideen. Mit ihren Preisen und Stipendien macht die DGAI herausragende wissenschaftliche Leistungen sichtbar und fördert eine Forschungskultur, die neue Perspektiven für die Versorgung von Patientinnen und Patienten eröffnet."