"Keine Lückenbüßer": Leinder Eltern gegen neuen Schulbezirk

Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen, die Leinder Grundschüler zukünftig nach Halchter zu schicken.

von Anke Donner


Kinder aus Leinde sollen auf die Grundschule in Halchter gehen.
Kinder aus Leinde sollen auf die Grundschule in Halchter gehen. Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Der städtische Schulausschuss wird sich in seiner morgigen Sitzung mit der Frage beschäftigen, ob die Schulbezirke der städtischen Grundschulen neu geregelt werden sollten. Auslöser für den Verwaltungsvorschlag ist die ungleiche Verteilung der Schülerzahlen in manchen Stadtteilen. Doch der Vorschlag stößt auf Widerstand.



Die Notwendigkeit einer Veränderung ergebe sich laut Stadtverwaltung im Hinblick auf die Grundschulstandorte Am Geitelplatz, Fümmelse und Halchter. Während an den Grundschulen Geitelplatz und Fümmelse die Schülerzahlen steigen, gingen sie in Halchter zurück. Um eine bessere Verteilung der Schüler zu bewirken, sollen unter anderem zukünftig die Grundschüler aus Leinde in Halchter beschult werden und nicht wie bisher in Fümmelse. Doch sowohl die Eltern der zukünftigen Leinder Grundschüler, als auch der Ortsrat Leinde haben sich in einer Stellungnahme gegen den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen. Wie aus den Stellungnahmen hervorgeht, sehen sich die Leinder als "Lückenbüßer", um die Grundschule Halchter zu erhalten.

Längerer Schulweg


Zudem sehe man in dem längeren Schulweg einen Nachteil für die Kinder. Der Weg zur Schule würde sich um drei Kilometer verlängern. Hinzu käme, dass die Fahrt über die, aus Sicht der Eltern, unfallreiche L495 führen würde. Auch der Aussteig an der Grundschule Halchter sei für die Kinder gefährlich. Zudem sei man sich seitens der Elternschaft nicht sicher, ob die Hortplätze, die in Halchter angeboten werden, dann ausreichen würden.

Statt die Kinder ab dem Schuljahr 2024 nach Halchter zu schicken, sollten diese dann lieber die Grundschule Cramme besuchen können. Das sei vor mehreren Jahren schon der Wunsch der Eltern gewesen. Der Vorteil sei hier unter anderem der kürzere Schulweg. Die Grundschule Halchter könnte nach Auffassung der Eltern mit Kindern aus dem Södeweg und der Okertalsiedlung "befüllt" werden.

Ortsrat steht hinter den Eltern


Der Ortsrat Leinde stellt sich hinter die Elternschaft und stärkt in einer eigenen Stellungnahme die Argumente der Eltern. Die Argumente der Verwaltung zur Neuordnung der Schulbezirke und besonders zur gewünschten Auslastung des Schulstandortes Halchter seien nachvollziehbar und unstrittig. Den Vorschlag der Stadt, die Grundschule Halchter mit den Kindern aus Leinde abzusichern, halte man allerdings grundsätzlich für falsch. Neben dem längeren und auch gefährlicheren Schulweg nach Halchter, sei auch das Auseinanderbrechen der sozialen Kontakte ein Faktor, der gegen die neue Schulbezirksregelung mit Halchter spreche, argumentiert der Ortsrat. Ein weiteres Problem werde in der Schülerbeförderung gesehen, da es keine Linienverbindung zwischen Leinde und Halchter gebe. Fraglich sei auch, ob durch die Änderung der Schulbezirke die Grundschule Halchter langfristig ausgelastet werden könne. In erster Linie spreche sich der Ortsrat dafür aus, dass die Leinder Kinder zukünftig in Cramme zur Schule gehen. Sollte dies nicht machbar sein, so sei nur die jetzige Zuordnung zur Grundschule Fümmelse eine Option, macht der Ortsrat deutlich.

Die Verwaltung werde daher gebeten, weitere Alternativen zu prüfen. Beispielsweise könnten auch Kinder aus der Kernstadt (Mancinusweg) oder aus Ohrum in Halchter beschult werden, schlägt der Ortsrat vor.


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