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Kompost aus Wolfenbüttel: Aus der Biotonne auf den Acker

Die gesammelten Abfälle aus den Biotonnen werden in Bornum zu einem gefragten Produkt verarbeitet.

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Der gesamte Prozess von der Anlieferung des Bioabfalls bis zur vollständigen Kompostierung dauert mindestens vier Wochen. | Foto: Matthias Kettling

Wolfenbüttel. Was passiert eigentlich mit dem Inhalt der Biotonnen aus Wolfenbüttel? Eva-Maria Pabsch, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Biokompost in Bornum, liefert bei einem kleinen Rundgang mit regionalHeute.de die Antwort.



„Das Ziel der Kompostierungsanlage ist es, hauptsächlich kommunal gesammelte Bioabfälle zu verarbeiten, darunter vor allem Bioabfälle aus privaten Haushalten, die über kommunale Fahrzeuge angeliefert werden“, erklärt Pabsch. Auch Garten- und Parkabfälle von Landschaftsgärtnern, Landwirten oder Privatpersonen werden angenommen. Gewerbliche Abfälle, wie die von Jägermeister, kämen aber nur in sehr geringem Umfang nach Bornum.

Der Inhalt des Müllfahrzeugs wird in der Rottehalle abgeladen.
Der Inhalt des Müllfahrzeugs wird in der Rottehalle abgeladen. Foto: Matthias Kettling



„Unsere Anlage verarbeitet jährlich etwa 20.000 Tonnen Abfälle, davon rund 14.000 aus den Biotonnen. Der Verarbeitungsprozess beginnt, sobald das Material von der Waage in unsere Rottehalle gebracht wird. Dort unterziehen unsere Mitarbeiter es einer gründlichen Sichtkontrolle“, erläutert Pabsch den Ablauf. „Diese dient der Qualitätssicherung, einem neuen Standard des Gesetzgebers, der sicherstellen soll, dass der Bioabfall einen bestimmten Reinheitsgrad besitzt.“


Kommunale Fahrzeuge und Landwirte bei der Einfahrt zur Mülldeponie Bornum im Landkreis Wolfenbüttel.
Kommunale Fahrzeuge und Landwirte bei der Einfahrt zur Mülldeponie Bornum im Landkreis Wolfenbüttel. Foto: Matthias Kettling



Der nächste Schritt im Prozess ist das Anlegen der sogenannten Dreiecksmieten, eine besondere Form von Komposthaufen, die unserem Verfahren seinen Namen gibt. Diese Mieten werden regelmäßig von Maschinen, den sogenannten Mietenumsetzern, bearbeitet. Der Rotor dieser Geräte mischt das Material gründlich, was für eine optimale Belüftung sorgt und den Kompostierungsprozess fördert. Bei Bedarf wird auch Wasser hinzugefügt, besonders im Sommer, um die aerobe Aktivität der Mikroorganismen zu unterstützen.

Eine besondere Herausforderung stellt der sogenannte Siebüberlauf dar, der die im Bioabfall enthaltenen Fremdstoffe wie Kunststofffolien umfasst. Dieser überschüssige Abfall wird nicht im Kreislauf gehalten, sondern zur Müllverbrennung abgefahren, um die Kompostqualität nicht zu beeinträchtigen.

Dünger für regionale Landwirtschaft


Der gesamte Prozess von der Anlieferung des Bioabfalls bis zur vollständigen Kompostierung dauert mindestens vier Wochen. Am Ende wird das Material gesiebt, um die fertige Komposterde abzutrennen. Der Großteil dieses Materials wird als organischer Dünger in der regionalen Landwirtschaft verwendet. Der Kompost sei derart begehrt, dass die Nachfrage manchmal das Angebot übersteige. Auch Privatleute können in Bornum Kompost kaufen.

Eva-Maria Pabsch, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Biokompost, in der Rottehalle der Kompostieranlage.
Eva-Maria Pabsch, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Biokompost, in der Rottehalle der Kompostieranlage. Foto: Matthias Kettling



Finanzierung durch Bearbeitungsgebühr


Für Anlieferung und Verarbeitung der Abfälle wird ein Bearbeitungsentgelt fällig, das dem Abfallwirtschaftsbetrieb in Rechnung gestellt wird. Die Produktion von Kompost allein reiche nicht aus, um die Betriebskosten zu decken. Daher sei dieses Entgelt notwendig, um den Unterhalt der Anlage und die Bezahlung der Mitarbeiter zu sichern.

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