whatshotTopStory

Flüchtlingssituation stellt Polizei vor neue Herausforderung

von Anke Donner


Laut Kriminalstatistik der Polizei Wolfenbüttel waren 23 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer. Foto: Polizei Wolfenbüttel
Laut Kriminalstatistik der Polizei Wolfenbüttel waren 23 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer. Foto: Polizei Wolfenbüttel

Artikel teilen per:

25.02.2017

Landkreis. Am Freitag stellte die Polizei Wolfenbüttel die Kriminalstatistik für das Jahr 2016 vor. Daraus geht auch hervor, dass knapp ein Viertel aller im Landkreis Wolfenbüttel ermittelten Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft waren.


Im zurückliegenden Jahr wurden so514 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt. Das seien deutlich mehr als noch im Jahr zuvor (+ 124), erklärten Polizeidienststellenleiter Rodger Kerst und Thomas Arth, Leiter Kriminalermittlungsdienst. Im Landkreis Wolfenbüttel konnten insgesamt 2.207 Tatverdächtige ermittelt werden, darunter waren 514 ausländischer Herkunft. 243 davon waren Asylbewerber. 231 Straftaten wurden durch Flüchtlinge und 71 Straftaten zum Nachteil von Flüchtlingen begangen. Hierunter waren 54 wechselseitig, also durch Flüchtlinge untereinander begangene Taten.

Die Delikte teilen sich auf in:

Straftaten gegen das Leben: Zwei (+ eins)
Sexualdelikte: Neun (+ drei)
Rohheitsdelikte: 141 (+51)
Einfacher Diebstahl: 115 (+51)
Schwerer Diebstahl: 40 (-14)
Vermögens- und Fälschungsdelikte: 153 (+49)
Sonstige Straftaten: 74 (+20)
Straftaten gegen Nebengesetze: 38 (+vier),davon Rauschgiftdelikte: 23 (+16)

Polizei leistet Präventionsarbeit


Durch die Flüchtlingsbewegungen der Jahre 2015 und 2016 stieg die Zahl der nichtdeutschen Mitbürger um 1.857 auf 7.289. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von rund sechs Prozent. Dies würde auch den Anstieg der Tatverdächtigen erklären, so Arth. Die Zahl der Flüchtlinge, sowie deren besondere Lebensumstände und Erwartungshaltungen stelle die Polizei vor besondere, vielleicht auch neue Herausforderungen, erklärte Rodger Kerst. Bereits jetzt würde man präventiv arbeiten und regelmäßige Gesprächs- und Aufklärungsveranstaltungen in den Flüchtlingsunterkünften anbieten, ergänzt Pressesprecher Frank Oppermann. Das sei in Anbetracht der unterschiedlichen Sprachen und Mentalitäten nicht immer leicht.


zur Startseite